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21. Januar 2012
Geschrappte Rhythmen
"Two for Rock ’n’ Roll" vermitteln mit ihren Songs ein Gefühl unbeschwerter Jugendjahre.
LAHR. Als Duo "Two for Rock’n’ Roll" haben Arno Kopf und Thomas Sauter am Mittwochabend in der Live-Schicht im Schlachthof-Bistro jede Menge gute Laune versprüht.
Es war kein Abend für die ganz Hartgesottenen, die sich erst so richtig wohlfühlen, wenn ihnen die große elektrische Keule um die Ohren gehauen wird. Die haben (größtenteils jedenfalls) auch durch Abwesenheit geglänzt, so dass die Menge der Besucher recht überschaubar blieb. Trotzdem herrschte auf der anderen Seite auch keine textlastige Singer-Songwriter-Atmosphäre, denn in die Saiten gegriffen haben beide in ordentlicher Lautstärke.Was dem Konzert seinen besonderen Charme verliehen hat, das war der hohe Erinnerungswert, den vor allem die am häufigsten im Programm vertretene Band besitzt: Creedence Clearwater Revival, kurz CCR genannt. Ob es nun die von John Fogerty geschriebenen Eigenproduktionen wie "Bad Moon Rising", "Coming down the road" oder "Looking out my back door" waren oder das von unzähligen Bands und Solisten interpretierte "Cotton Fields", das im Original schon 1940 von Lead Belly getextet wurde – allesamt vermittelten die Songs mit ihren leichthin heruntergeschrappten Rhythmen ein Feeling, das man aus unbeschwerten Jugendjahren kannte. Auf der selben Linie lagen auch andere "musikalische Leichtgewichte" wie Rod Stewarts "The rhythm of my heart", oder die heute fast ganz in Vergessenheit geratenen Carpenters mit dem "Jambalaya Song". Oder wie es die "Eagles" so treffend ausgedrückt haben: "Take it easy". Doch natürlich durfte auch der gute alte Elvis nicht fehlen mit klassichen Krachern wie "Jailhouse Rock", die "Blue Suede Shoes" oder ganz zu Beginn "That’s all right".
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Dass sich die beiden auch an den "Boss" Bruce Springsteen heranwagen, und so versuchen, ihrem Repertoire eine Spur Melancholie einzuhauchen, ist prinzipiell nicht verkehrt, doch um hier überzeugend rüberzukommen, fehlt der Stimme von Arno Kopf einfach die aus dem Bauch herauskommende Innigkeit. Dafür passt sie vom Stil her besser überall dorthin, wo kräftig durch die Stimmbänder gequetscht, geschrien und geraspelt werden darf. Super Leistungen an der Gitarre brachte wie gewohnt Thomas Sauter, der ganz schön zu tun hatte, dem oft einen Tick zu rasanten Tempo zu folgen, das Kopf in seiner ungezügelten Spielfreude vorgab. Ein bisschen weniger Dominanz hätte hier gutgetan.
Fazit: Trotz kleiner Schwächen ein richtiges Gute-Laune-Konzert.
Autor: Ulrike Le Bras
