Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. Februar 2012

Gipfeltreffen der Pop-Lehrer

Die Lehrerband der Musikschule Lahr musiziert aus Lust am Spiel und zu Werbezwecken.

  1. Lotzbeck 20 nennt sich die Jam-Band der Lahrer Musikschullehrer. Foto: christoph Breithaupt

LAHR. Lotzbeck 20 heißt die in wechselnder Besetzung spielende Lehrerband des Popularbereichs der städtischen Musikschule Lahr. Zum Auftakt der "Musikschultage der offenen Tür" konzertierten Schulleiter Tobias Meinen (E-Bass), Lorenz Stiegeler (Keyboard), Charly Lüftner (Schlagzeug), Helmut Dold (Trompete), Nikolaus Halfmann (Saxophon) und Ralf Hartmann (E-Gitarre) im Rahmen der Live-Schicht im Lahrer Schlachthof. Als Vorband agierten Gitarrist Jürgen Ott und Percussionist Patric Oliver Hetzinger, der sich später noch zu den Kollegen der Band gesellte.

Als Hetzinger & Ott firmiert das Duo, das fast ausschließlich Eigenkompositionen zum Besten gab. Dabei steuert Ott die instrumentalen Soundcollagen bei, die Hetzinger mit meist geschlossenen Augen einfühlsam auf der Cajon rhythmisiert. Klassische Einflüsse sind unüberhörbar in Otts komplexen Fingersätzen auf der Gitarre. Als Singer-Songwriter überzeugte Oliver Hetzinger mit melancholischen Liebesliedern. Zwischendurch wird es aber auch mal rockiger, die Gitarre darf blubbern und jaulen, wozu Hetzinger harte, trockene Sounds fast ohne Nachhall klopft.

Werbung


Nach diesem Warming up ging es mit Lotzbeck 20 richtig zur Sache. Jazziges und Rockiges mit reichlich Raum für Soli der einzelnen Künstler, die das zahlreich erschienenen Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Die beiden Bläser Nikolaus Halfmann und Helmut Dold spielten sich mehrfach die Bälle nur so zu und lieferten sich spielerische Duelle an Saxophon und Trompete. Auch Patric Hetzinger und Charly Lüftner heizten sich am Schlagwerk gelegentlich gegenseitig tüchtig ein.

Angefangen mit "Chitlins con carne", das sehr cool rüberkam, bis hin zum butterweichen "Mas que nada", vom fetzigen "New York State of Mind" (mit Sänger Lorenz Stiegeler) bis hin zu Joni Mitchells nostalgischem "Both sides now" reicht das Repertoire, mit dem die Lahrer Musiklehrer mühelos zweieinhalb Stunden füllten.

Zwei neue Gesichter gab es in der Band. Zum einen Annette Riesterer – die für die verhinderte Lahrer Gesangslehrerin Melanie Schäfer eingesprungen war – und der neue Gitarrenlehrer Ralf Hartmann, der mit seinen leidenschaftlichen, schweißtreibenden Soli eine hervorragende Visitenkarte abgab. Riesterer blieb mit ihrer warmen, wandlungsfähigen Altstimme dagegen eher reserviert, was vielleicht auch daran gelegen haben mag, dass die Band nicht – wie Helmut Dold so augenzwinkernd wie unverfroren behauptet hatte – genauso fleißig geprobt hatte wie die die Musikschüler und -schülerinnen, die gerade bei Jugend musiziert mitgemacht haben. Ein spontanes, frisches, sehr lebendiges und mitreißendes Konzert, das die Lahrer Musiklehrer unbedingt einmal wiederholen sollten, wenn auch ihre Instrumentalschüler die Möglichkeit haben, dabei zu sein.

Autor: Juliana Eiland-Jung