Größere Schmiedestube: 130 000 Euro

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Sa, 06. August 2016

Lahr

SPD besucht bei ihrer Sommeraktion die Hammerschmiede in Reichenbach und sagt Unterstützung bei den Haushaltsberatungen zu.

LAHR-REICHENBACH. Die Hammerschmiede in Reichenbach, touristisches Kleinod mit Heimatmuseum und Bienengarten, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Schwarzwaldverein Reichenbach stößt als Betreiber aber an seine Grenzen. Die Erweiterungspläne für die Schmiedestube und das neue pädagogische Konzept hat er am Donnerstag bei der zweiten SPD-Sommeraktion vorgestellt.

Die Mitglieder der SPD-Fraktion und des SPD-Ortsvereins waren beeindruckt vom Engagement des Schwarzwaldvereins, der nicht müde wird, das touristische Kleinod an der Schutter für Besuchergruppen aus dem In- und Ausland attraktiv zu machen. Der Gang durch die Hammerschmiede, auf den sich jährlich rund 2500 Besucher begeben, um das landwirtschaftlich geprägte Leben der Menschen im vorderen Schuttertal vor 300 Jahren kennenzulernen, soll künftig noch professioneller begleitet werden, so Vorsitzender Helmut Schlitter zur SPD-Besuchergruppe.

Wie das künftig aussieht, wenn mit Hilfe eines pädagogischen Konzepts die Besuchergruppen oder Schulklassen durch die Schmiedestube, das Heimatmuseum und den Bienengarten geführt werden, zeigten Museumswart Egon Billian und Edgar Baßler vom Vorstand bei einem Rundgang durch die sanierte Schmiedestube und das neu hergerichtete Heimatmuseum. Silke Kabisch vom Gebäudemanagement ging auf die Erweiterungswünsche des Schwarzwaldvereins ein, der einen Anbau an die Schmiedestube beantragt habe. So soll nach Osten hin ein größerer Veranstaltungsraum geschaffen und die Küche vom Bewirtungsraum getrennt werden. "Eine Gebäudeerweiterung nach Westen war vom Landesdenkmalamt abgelehnt worden", sagte Schlitter. In der Schmiedestube seien bisher Küche und Bewirtungsraum zusammenhängend gewesen, so der Vorsitzende, was künftig anders werden soll. Dies auch mit Blick auf eine Ausschankkonzession sowie auf eine größer werdende Zahl von Besuchergruppen mit dem Wunsch, am Ende der Führung auch bewirtet zu werden. Kabisch präsentierte eine grobe Kostenschätzung für die Erweiterungspläne von rund 130 000 Euro, die beantragt werden müssten. Da der Umbau der Schmiedestube spätestens zur Landesgartenschau 2018 fertig sein soll, wurde seitens der SPD-Politiker eine Aufteilung der Kosten auf die Haushalte 2017 und 2018 vorgeschlagen. Kabisch, wie auch Fraktionsvorsitzender Roland Hirsch ging bei der Finanzierung des Erweiterungsprojekts von einer Eigenleistung von rund einem Drittel der Kosten durch den Schwarzwaldverein aus, was von Schlitter als machbar eingestuft wurde.

Die Vertreter des Schwarzwaldvereins betonten, dass es sich bei dem Vorhaben um keinen Luxus handle, sondern um eine Notwendigkeit, die dem größeren Besucherinteresse geschuldet sei und durch die Landesgartenschau noch größer werde. "Die Stadt hat dabei auch einen Wertzuwachs durch das Gebäude", sagten Hermann Kleinschmidt und Walter Caroli. Die Fraktion sagte dem Verein ihre Unterstützung bei der Finanzierung zu, zumal Stadt und Schwarzwaldverein profitieren würden. Das Tourismuskonzept Hammerschmiede zeige seine Wirkung über Reichenbach hinaus, waren sich Vereinsvertreter und Politiker einig. Weitere Kooperationen mit kulturellen Themen wurden mit Mediathek (Murre-Leseabende) sowie mit der Realschule Seelbach und Grundschule Reichenbach angekündigt. Beim Museumstag im Mai 2017 soll die Hammerschmiede mit neuer Konzeption vorgestellt werden, der Anbau im April 2018 zu Beginn der Landesgartenschau.