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12. September 2017

Grüne wollen keine Rüstungsfabrik im friedlichen Lahr

Vorstand und Fraktion sprechen sich gegen die Ansiedlung von Saltech aus / Rüstungsgegner Jürgen Grässlin spricht am Donnerstag.

  1. Jürgen Grässlin Foto: Seeh-Stern

LAHR (BZ). Vorstand und Fraktion der Lahrer Grünen lehnen die Ansiedelung einer Munitionsfabrik in Lahr ab. "Lahr soll eine internationale Stadt des Friedens bleiben", heißt es in der Pressemitteilung. Am Donnerstag, 14. September, spricht der bekannte Rüstungsgegner Jürgen Grässlin auf Einladung des Friedensforums in Lahr.

Vorstand und Fraktion der Lahrer Grünen sind sich einig: Eine Rüstungsfabrik habe im friedlichen Lahr nicht zu suchen. Der Schweizer Rüstungskonzern wolle seine Produktion nach Deutschland ausdehnen, um besser im internationalen Waffenhandel mitmischen zu können, heißt es in der Pressemitteilung. Im Rahmen der Konversion des Flugplatzareals begrüßten die Grünen ausdrücklich die Ansiedlung von Industriebetrieben. Dass es neben den bereits angesiedelten Logistikunternehmen auch produzierende und somit wertschöpfende Betriebe geben müsse, forderten die Grünen seit langem. Zwar sei Saltech ein Unternehmen der feinmechanischen Industrie, das auch einige gutbezahlte, spezialisierte Arbeitsplätze anbiete. Allerdings solle in der Fabrik nicht nur – wie vorgegeben werde – Munition für die Bundeswehr und die deutsche Polizei hergestellt werden. Vielmehr biete Saltech Munition für Sturmgewehre und Maschinen- und Scharfschützengewehre an, die ihren Einsatz in Krisenregionen weltweit finden würden.

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Lahr dürfe getrost und traditionell alemannisch "Nai sage" zu solch einem Ansinnen, so Matthias Biegert, Vorstandssprecher des Ortsverbands. Lahr und der Zweckverband, auf dessen Gelände sich Saltech ansiedeln will, seien seit der Ansiedlung von Zalando in einer Situation, in der nicht mehr jeder Interessent genommen werden müsse, erklärt Stadtrat Sven Täubert. Außerdem könne die Ansiedlung einer Munitionsfabrik negative Auswirkungen auf zukünftige Ansiedlungen haben. "Lahr als Stadt mit 100 Jahren Militärgeschichte hat sich erfolgreich zu einer Stadt des Friedens mit internationaler Bevölkerung gewandelt. Hier hat eine todbringende Munitionsfabrik keinen Platz", betont Vorstandssprecherin Katrin Kopp.

Das Friedensforum Lahr lädt auf Donnerstag, 14. September, 19 Uhr, zu einem Vortrag von Jürgen Grässlin zum Thema "Munitionsfabrik in Lahr? Der Tod ist ein Meister aus Baden-Württemberg" in das Haus zum Pflug (VHS), Kaiserstraße 41, ein. Der Eintritt ist frei. Der Autor und Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) verknüpft in seinem Vortrag die Themen Munitionsfabrik und steigende Rüstungsproduktion: "Wenn immer mehr Waffen und Waffentechnik hierzulande produziert werden, gelangt ein wachsender Anteil dieser Produktion in Krisen- und Kriegsgebiete", erklärt er in der Ankündigung.

Die Petition des Lahrer Friedensforums gegen den Bau der Munitionsfabrik haben laut der Homepage zum Stand 9. September 755 Menschen unterschrieben.

Autor: bz