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25. Juni 2009
Im Gehege mit Hermine und Herbert
Die Ziegen im Stadtpark bekommen dienstags Besuch von der Tier-Kunst-Gruppe – das gefällt nicht nur den neugierigen Zicklein
LAHR. Sie können an einem ganz steilen Fels hochklettern, sind neugierig und wollen hauptsächlich eines: Futter finden. Sechs Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren haben sich mit den Ziegen des Stadtparks vertraut gemacht. Die Diplomsozialarbeiterinnen Marieluise Rau und Christiane Dahlhausen haben das Projekt Tier-Kunst-Gruppe, bei dem Kinder die Ziegen und Zicklein hautnah erleben können, entwickelt. Dabei haben sie sich vom Freiburger Mundenhof inspirieren lassen.
Bislang mussten Lahrer Schulklassen oder Kinder mit ihren Eltern zum Freiburger Mundenhof fahren, um ein ähnliches Angebot zu finden. Dabei hat die Stadt Lahr einen schönen Stadtpark mit Tiergehege. Marieluise Rau und Christiane Dahlhausen wollten das ändern und haben daher ihr Konzept Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller und dem Leiter des Amts für öffentliches Grün und Umwelt, Richard Sottru, vorgestellt. Zusammen mit der Stadt haben sie das Angebot Tier-Kunst-Gruppe entwickelt, bei dem Kinder mit Tieren hautnah Erfahrungen sammeln können."Die Damen machen etwas, was wir selbst personell nicht leisten können", sagt Richard Sottru anerkennend. Zwar habe der Stadtpark viele Familien mit Kindern als Besucher, aber für einen direkten Kontakt mit den Tieren brauche es Betreuer. Diplomsozialarbeiterin Christiane Dahlhausen hält selbst auf einem kleinen Bauernhof Tiere und hat eine Zusatzqualifikation in tiergestützter Pädagogik und Therapie. Sie erklärt den Kindern, was die Tiere fressen dürfen, was sie nicht mögen oder wie man mit ihnen umgehen soll. Die Erfahrungen, die die Kinder dabei machen, setzt die Kunsttherapeutin Marieluise Rau mit den Kindern künstlerisch um. Richard Sottru sagt: "Je mehr der Besucher über die Tiere erfährt, desto mehr bringt er ihnen Respekt entgegen."
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Am Dienstagnachmittag startete die Gruppe, die sich an insgesamt sechs Dienstagen treffen möchte, mit "Beobachten und Kennenlernen" der Ziegen. Bevor es in das Ziegengehege geht, werden die Kinder informiert. Im Gehege darf man nicht rennen, nicht schreien und die Ziegen nicht ärgern. "Wenn eine Ziege wegläuft, soll man auch nicht hinterherlaufen", sagt Dahlhausen. "Denn vielleicht möchte die Ziege ihre Ruhe haben." Außerdem solle man die Ziegenböcke nicht an den Hörnern anfassen, das reize sie nämlich. Doch die Zicklein, die um Ostern auf die Welt kamen, sind nicht scheu, sondern gehen auf die Mädchen neugierig zu. Den Mädchen macht das Streicheln Spaß. Und sie merken schnell, dass die Ziegen alles anknappern: Jeanshosen und Schnürsenkel.
Doch wenn die Ziegen zu nahe kämen, könne man sie auch am Bauch wegschieben, wie Dahlhausen den Kindern erklärt. "Haben die Ziegen auch Namen?", will eines der Mädchen wissen. Nur zwei haben einen Namen, sie heißen Hermine und Herbert. "Und was ist, wenn eine Ziege abhaut?" Das soll am besten nicht passieren. Dazu wird die Tür am Tiergehege schnell zugemacht. "In der Freiheit sind die Ziegen ganz flink und schwer wieder einzufangen", sagt Sottru. Die neue Umgebung würde die Tiere zudem verunsichern. Später werden die Kinder noch eine Heufigur machen. Das passt schon zum Thema für das nächste Treffen. Dann geht es um das Thema Futter.
Tier-Kunst-Gruppe : Weitere Infos gibt Marieluise Rau unter Tel. 07821/991210.
Autor: Katharina Wetzel
