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08. Juli 2009

Jeden Hydranten im Blick

Das Ingenieurbüro Patsch + Wilhelm hat sich auf Geoinformationssysteme spezialisiert

  1. Klemens Wilhelm (links) und Herbert Patsch blicken auf eine 25-jährige Firmengeschichte zurück. Foto: Beck

LAHR. Wenn es um das Erfassen, Verarbeiten und das Präsentieren von Messdaten geht, ist das Ingenieurbüro Patsch + Wilhelm in Lahr eine gute Adresse: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert haben sich Herbert Patsch und Klemens Wilhelm auf die Gebiete Ingenieurvermessung, Sachverständigentätigkeit und Geoinformationssysteme spezialisiert. Heute feiern sie im neuen Bürogebäude in der Max-Planck-Straße 9 mit einem Infotag Firmenjubiläum.

Der Umzug vor einem Jahr in das neue Bürogebäude habe die Feier zum 25-jährigen Bestehen verzögert, sagen die Vermessungsingenieure Herbert Patsch und Klemens Wilhelm im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Denn der Start in die Selbstständigkeit sei bereits 1983 erfolgt als die beiden Ingenieure am Spitalberg in Offenburg ein klassisches Ingenieurbüro für Vermessung eröffneten. Mittlerweile könne das Unternehmen auf 26 Jahre Berufserfahrung blicken.

Als Mitglied in der Ingenieurkammer Baden-Württemberg gehörte neben dem Spektrum der Vermessung auch die Sachverständigentätigkeit zum Aufgabenfeld der Firma. Dazu zählen die beiden Inhaber beispielsweise Absteckungen, Abnahmebescheinigungen, aber auch Sachverständigen-Lagepläne und Gutachten vor Gericht. Zu einem weiteren Standbein der beiden Ingenieure wurde im Jahr 1986 die Einführung von Geoinformationssystemen. Dabei handelt es sich um einen Arbeitsbereich, bei dem für Kommunen und Energieversorgungsunternehmen Messdaten erfasst, verarbeitet, ausgegeben und präsentiert werden.

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"Ein Großauftrag kam damals aus Lahr", erzählen Patsch und Wilhelm über das vierjährige Projekt für die Stadtwerke, für die sie von 1986 bis 1990 eine komplette Grundkarte erstellt haben; auf der Fläche von 56 Quadratkilometern haben sie nicht nur Grundstücksflächen und Gebäude festgehalten, sondern auch Wasser, Gas- und Stromleitungen. "Jeder Hydrant kann per Knopfdruck dargestellt werden", sagt Wilhelm über die Leistung des Geoinformationssystems, das unter dem Kürzel "GIS" Einzug in die digitale Datenlandschaft gehalten hat.

Rund um die Uhr sei das Unternehmen mit Zweitbüro in Lahr damals daran gegangen, sämtliche Messdaten für die Lahrer Stadtwerke (heute Badenova) vor Ort zu erfassen, um sie dann weiter zu verarbeiten und dem Auftraggeber zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss an die Bereitstellung von GIS-Systemen, die mittlerweile von 15 Kommunen in der Region angefordert wurden, sei das Unternehmen auch für das E-Werk Mittelbaden tätig geworden. "Hier ging es um die Ersterfassung des kompletten Stromnetzes", sagt Wilhelm zu dem Auftrag, der über einen Zeitraum von zehn Jahren abgewickelt worden ist. "Sogar ein Verteilerkasten kann abgebildet werden", beschreiben die beiden Ingenieure das Arbeitsfeld, auf dem neue Technologien wie "Polygis"-Systeme hinzugekommen seien.

Diese und weitere Technologien werden bei einem Infotag heute im neuen Bürogebäude Architekten und Kommunenvertretern vorgeführt. Gezeigt werden GPS-Messtechniken für großflächige topografische Bestandsaufnahmen sowie die vor Jahren eingeführte vollelektronische Ein-Mann-Robotik-Totalstation. Zwei Fachvorträge für Kommunen, bei denen es auch um "GIS im Alltag" geht, ergänzen den Infotag im Rahmen des Firmenjubiläums.

Autor: Wolfgang Beck