Jubiläumsmesse auf dem 2987 Meter hohen Gipfel

Alfons Vögele

Von Alfons Vögele

Mi, 12. September 2018

Lahr

Reichenbacher feierten Kreuz-Jubiläum auf der Pisciadu-Spitze.

LAHR-REICHENBACH (avö). Vor 30 Jahren erstellte die Gruppe St. Stephan aus Reichenbach auf der Pisciadu-Spitze in den Dolomiten ein Gipfelkreuz. Zur Feier des 30-jährigen Bestehens hatte die Gruppe nach Südtirol eingeladen. Für die mehr als 80 Teilnehmer, die den mühevollen Aufstieg nicht scheuten, wartete ein besonderes Erlebnis.

Die Klänge des Alphorns, auf dem Gipfel von Gerd Furtwängler gespielt, begrüßten die Ankommenden auf dem 2987 Meter hohen Gipfel, der eine atemberaubende Aussicht in die ladinischen Täler, zu den Zinnen der Dolomiten und weit zum Alpenhauptkamm oder ins Ortlergebiet bot. Unter den Gästen befanden sich Ortsvorsteher Klaus Girstl und einige Ortschaftsräte aus Reichenbach, Professor Klaus Baumann, der mit der Gruppe St. Stephan von Jugendtagen an verbunden ist und der ehemalige Bautrupp um Karl Furtwängler, der vor 30 Jahren das Kreuz erstellte.

Die "Hochgebirgsabteilung" der Musikkapelle Reichenbach unter der Leitung von Gerd Furtwängler eröffnete mit dem Choral "O du hochheilig Kreuze" die heilige Messe zu Füßen des Gipfelkreuzes. Zur Eucharistiefeier erklang die "Deutsche Messe" von Franz Schubert. Klaus Baumann griff das Wort auf, das auf dem Gipfelkreuz zu lesen ist: "Im Kreuz ist Heil". Im Gebet gedachten die Teilnehmer der bereits verstorbenen Erbauer, die mitgeholfen hatten, das Kreuz zu errichten. Das Lied "Großer Gott wir loben dich" beschloss die Messfeier. Das Südtiroler- und das Badnerlied beschlossen die großartige Jubiläumsfeier, ehe der Abstieg zur Hütte begann.

Die Gruppe dankte mit Lahrer Spezialitäten

Ein zünftiger Hüttenabend, von der "Hochgebirgsabteilung" begleitet, machte das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Pächterfamilie der Pisciadu-Hütte, Renate und Elvira Costa, bereitete den Gästen aus dem Schwarzwald einen Empfang. Die St.-Stephan-Gruppe dankte mit Schwarzwälder und Lahrer Spezialitäten.

Einige Unentwegte nutzten den Aufstieg über den ausgesetzten Pisciadu-Klettersteig oder wanderten durch die einsamen Schluchten und Höhe zur Boé-Hütte und über die Sella-Hochfläche. Sie trafen dabei eine größere Gruppe der seltenen und scheuen Steinböcke, die erst seit wenigen Jahren wieder in der Sella heimisch geworden sind. Für die Veteranen der Gruppe und die Jüngsten der Krabbelgruppe wartete vor dem Abstieg von der Hütte eine besondere Überraschung: Sie wurden via Helikopter zum Grödner Joch gebracht.