Kappis sieht FDP wieder im Landtag

Bruno Kohlmeyer

Von Bruno Kohlmeyer

Do, 17. September 2015

Lahr

Der Bauingenieur will es bei der Landtagswahl nochmals wissen.

LAHR. Noch ist es ein halbes Jahr hin bis zur Landtagswahl. Wer für die Liberalen ein politisches Mandat anstrebt, wie Matthias Kappis, der muss Stand heute eine gehörige Portion Optimismus haben und bereit sein, heftig für die Anliegen der FDP zu kämpfen. Der Lahrer Matthias Kappis hat sich das vorgenommen, denn die jüngsten Meinungsumfragen sehen die FDP überhaupt nicht mehr im Landtag.

Was also tun, Herr Kappis? "Ich lasse mich von Umfragen nicht kirre machen, ich traue den Liberalen in Baden-Württemberg sieben Prozent plus x zu", erklärt der Bauingenieur, der zum zweiten Mal Anlauf für einen Parlamentssitz nimmt. Auch wenn er für sich selber eher wenig Hoffnung hat, über die Zweitauszählung dorthin zu kommen. Die FDP sei seit dem Dreikönigsparteitag wieder wahrnehmbar geworden. Die Kandidatur ist für Kappis eine Grundsatzfrage. "Ich mache es aus politischer Überzeugung, denn wir wollen dem Wähler ein anderes Angebot machen. Ich wünsche mir dabei, dass die Wähler Politik ernst nehmen, denn es ist eben nicht egal, wer was zu sagen hat", appelliert Kappis an die Wähler mit dem Hinweis darauf, dass es viele Dinge gebe, die hätten anders kommen können. Damit spielt er insbesondere auch auf die Schulpolitik im Land an. Die FDP habe zwar den Schulfrieden mit unterschrieben, doch sei für ihn klar, dass die Gemeinschaftsschule nicht die allein seligmachende Schulart sei. Im ländlichen Raum könne sie eine Ergänzung sein. Das frühere Schulsystem, gegliedert und durchlässig nach oben und unten, nach allen Seiten, sei doch gut gewesen.

Er, Kappis, sei in die FDP gegangen, weil sie als Partei dem Menschen vertraue, sie traue den Leuten etwas zu und rufe nicht nur ständig nach dem Staat. Für ihn habe die FDP in Landes- und Kommunalpolitik die größten Schnittmengen. "Ich wollte mich einmischen, es genügt doch nicht, ständig nur zu meckern", fordert er mehr Engagement ein. Die FDP stehe für eine wirtschaftsfreundliche Politik, ohne sozial benachteiligte Menschen zu vergessen. Bei Nils Schmid, Wirtschafts- und Finanzminister, sei eine Wirtschaftspolitik überhaupt nicht wahrnehmbar. Statt an allen Ecken und Enden Windräder zu bauen oder Voltaikanlagen müsse man einen neuen Schwerpunkt Energiespeichertechnik fördern. Hinzu komme, klagt Kappis, dass im Land Straßenbau und Infrastruktur vernachlässigt würden. Man möge nicht vergessen, dass Wohlstand nur auf guten Straßen komme.

Matthias Kappis geht davon aus, dass die Liberalen erneut in den Landtag einziehen, und er hofft, dass es zu einer Regierungsbeteiligung mit den Christdemokraten kommt. Landesweit habe die Partei viele gute Kandidaten zu bieten und das werde sich in den Wahlergebnissen spiegeln. Politische Inhalte könnten so glaubhaft vermittelt werden.