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11. Januar 2017 16:27 Uhr

"Ich wünsche mir eine gute Zukunft, dafür arbeite ich"

Milat Hassun aus Syrien arbeitet im Penny-Lager auf dem Lahrer Flugplatz

In seiner Heimat ist er Hochzeitsfotograf gewesen, ein Beruf, der dort viel Ansehen genießt. In Lahr arbeitet Milat Hassun aus Syrien im Penny-Lager auf dem Flugplatz. "Aber ich will hier nicht herumsitzen, sondern arbeiten", sagt er.

LAHR. Nach der ersten Eingewöhnung haben sich die Flüchtlinge, die 2015 kamen, bei uns eingerichtet. Sie suchen jetzt eine Bleibe, versuchen Deutsch zu lernen, zittern der Entscheidung des Asylantrags entgegen und haben über eine Arbeitsstelle einen Weg in unsere Gesellschaft gefunden. Die BZ stellt einige von ihnen einer Serie vor.

Milat Hassun ist 21 Jahre alt, syrischer Kurde und vor einem Jahr mit seiner schwangeren Frau nach Deutschland gekommen. Inzwischen ist ihr Sohn neun Monate alt, und auch sonst hat sich für die kleine Familie viel verändert. Gemeinsam ist sie Mitte Oktober vom Riedhof in Meißenheim nach Lahr in die Römerstraße gezogen. In der eigenen kleinen Wohnung zu leben, die Miete selbst bezahlen zu können und das Leben ohne staatliche Unterstützung meistern zu können, war ein wichtiger Schritt für Milat Hassun.

Zum Gespräch mit der Badischen Zeitung kommt er ein wenig zu spät. An seinen ersten Arbeitstagen stehen schon Überstunden an. Er setzt sich und entschuldigt sich, es gebe viel zu tun. Milat Hassun hat einen Job im Penny-Lager auf dem Flugplatzgelände ergattert. Nicht sein Traumjob. "Aber ich will hier nicht herumsitzen, sondern etwas machen, arbeiten", bekräftigt er.

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In seiner Heimat war er Hochzeitsfotograf gewesen, ein Beruf, der dort viel Ansehen genießt. Hier in Deutschland von der Fotografie leben zu können, bleibt erst einmal ein Traum für ihn, dessen ist er sich bewusst. Auch, weil sich der Stil der Fotografien hier und dort immens unterscheidet. Also nimmt er, was er bekommen kann. Schritt für Schritt, so sagt er, will er seinen Weg gehen. Sein nächstes Etappenziel heißt Führerschein und danach will er sich ein Auto anschaffen. Auch dafür nimmt er lange Arbeitszeiten und Überstunden gerne in kauf.

Er und seine Familie haben nur den subsidiären Schutz für ein Jahr erhalten. Er hofft, dass er danach verlängert wird, oder sie als Flüchtlinge anerkannt werden. "Ich wünsche mir eine gute Zukunft für meine Frau und mein Kind, dafür arbeite ich", fasst er seine Hoffnungen für die Zukunft zusammen.

Alle erschienenen Teile: Sivan Kato aus dem Irak, 5. Januar; Asef Rahmani aus Afghanistan, 30. Dezember; Familie Shabani aus dem Kosovo, 28. Dezember; Mouaiad Alboush aus Syrien, 23. Dezember

Autor: Hannah Fedricks Zelaya