Mit großer Leidenschaft

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Sa, 09. Dezember 2017

Lahr

"Ein Leuchten in der Nacht": Adventskonzert des Clara-Schumann-Gymnasiums in der Stiftskirche.

LAHR. Mit einem sehr gelungenen und spannend dargebotenen Schülerkonzert zum Advent hat das Clara-Schumann-Gymnasium die hohe Qualität seines musikalischen Profils unter Beweis gestellt.

In einer fast ganz dunklen Stiftskirche begann und endete das Adventskonzert des Clara-Schumann-Gymnasiums am Donnerstagabend. Zu Beginn versammelten sich die Schülerinnen und Schüler des Musikprofils der Klassen 8 a und 9 b, um im Kreis um eine Kerze aufgestellt einen Gesang aus der mittelalterlichen Adventsliturgie "Ecce Dominus veniet" (Seht, der Herr wird kommen) anzustimmen.

Am Schluss, nach über eineinhalbstündigem Konzert, wurden bei den letzten Takten der "Fantasia on a theme by Thomas Tallis" von Ralph Vaughan Williams die Lichter nach und nach wieder gelöscht. Eine schöne Inszenierung des Konzerts, bei dem Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe ihr Können beeindruckend unter Beweis stellten. Dass die jüngsten Clara-Gymnasiasten diesmal nicht dabei waren, lag daran, dass die Unterstufenschüler sich gerade auf die Einstudierung eines Musicals konzentrieren.

Von der Gregorianik bis in die Moderne

Das Konzert spannte den Bogen von der Gregorianik bis in die Moderne, von solistischen Darbietungen bis zu großem Chor. Es erklangen bekannte Stücke wie die Adventslieder "Wie schön leuchtet der Morgenstern", "Es kommt ein Schiff geladen" und "Maria durch ein Dornwald ging" – letzteres gesungen vom Vokalensemble der Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Außergewöhnliches gab es. Bei "My Guardian Angel" von der 1954 geborenen britischen Komponistin Judith Weir durfte das Publikum sogar das Alleluja als cantus firmus mitsingen, während der Chor das zugrundeliegende Gedicht von William Blake kunstvoll darüber webte.

Gesungen wurde auf Englisch, unter anderem im sehr schwungvoll dargebotenen "Ain’t a that good news" von William Dawson, auf Latein wie beim vom Vokalensemble intonierten "Salve Regina" von Giovanni Martini, auf Schwedisch und Russisch. Die verschiedenen Chorbesetzungen sorgten für viel Abwechslung, und alle Ensembles waren mit großer Konzentration und Leidenschaft dabei. Dass bei einigen Liedern Posaunist Florian Albert die Basslage verstärkte, war eine hervorragende Idee.

Als Instrumentalisten stellten sich außerdem Thi Ai-Lien Ngo und Lea Ohse in zwei Sätzen von Bachs "Konzert für zwei Violinen d-Moll" vor. Sechs Hornisten der Horn-AG intonierten neben Bachs Choral "Wir glauben all an einen Gott" die Bass-Arie "pro peccatis" aus Giaochino Rossinis "Stabat mater", die mehr nach Oper klingt als nach Gebet, und genauso ist es bei Alessandro Stradellas "Pietá Signore", gesungen von Philemon Ragnit.