SPD äußert sich zum Klinik-Standort

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 03. April 2018

Lahr

Zwei gleichberechtigte Häuser.

LAHR (BZ). Nach Diskussionen um die Ortenau-Klinikum macht sich die SPD-Gemeinderatsfraktion für den Standort Lahr stark. In einer Pressemitteilung fordert sie "ein gemeinsames, entschlossenes Vorgehen aller politischen Kräfte im Lahrer Raum, um Pläne des Kreises zur eventuellen Errichtung eines großen Zentralklinikums in Offenburg zu Lasten des hiesigen Klinikums, das zur Regelversorgung abgestuft werden soll, zu verhindern."

Frühzeitiges Eingreifen sei vonnöten, so Fraktionsvorsitzender Roland Hirsch, damit Lahr nicht schon wieder, wie bei der Schließung der Krankenhausapotheke, nach heimlichem Vorgehen vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Die 1977 vom Ortenaukreis eingegangene Verpflichtung, zwei gleichrangige Häuser aufrechtzuerhalten und zu fördern, mache vor dem Hintergrund der verschärften Verkehrslage heute erst recht Sinn und diene dem Interesse der Patienten, die ein flächendeckendes Angebot medizinischer Fachdisziplinen auf höchstem Niveau benötigten.

SPD will frühzeitig Transparenz schaffen

Die SPD-Fraktion befürchtet, dass im Gefolge der Abwertung des Lahrer Hauses qualifiziertes Personal eher den Lahrer Standort meiden werde. Eine Minderung der Attraktivität des Lahrer Standorts für Assistenz- und Oberärzte und für das Pflegepersonal sei aus arbeitsmarktpolitischen und medizinischen Gründen höchst bedenklich, heißt es weiter.

Die SPD fordere im Interesse einer zukunftsgewandten, ökonomischen, logistischen und organisatorischen Optimierung der klinischen Versorgung im Landkreis, dass die Zentralfunktionen auf zwei gleichberechtigte Häuser verteilt werden. Für die Stadt Lahr sei die Aufrechterhaltung des Klinikums als Haus der medizinischen Zentralversorgung für die Zukunftsplanung der Stadt von allerhöchster Bedeutung. Die SPD will in Gesprächen mit Beteiligten, dem Landkreis, der Stadtverwaltung und den Kreistagsfraktionen sowie über öffentliche Veranstaltungen dafür sorgen, dass frühzeitig Transparenz geschaffen werde und sich der Widerstand formiere.