Dreispurig über die Autobahnbrücke

Bruno Kohlmeyer und Hagen Späth

Von Bruno Kohlmeyer & Hagen Späth

Fr, 19. Februar 2016

Lahr

Weil die B 36 rund um den Autobahnanschluss immer häufiger überlastet ist, müssen bis zur Gartenschau Übergangslösungen her.

LAHR. Der zunehmende Verkehr auf der Bundesstraße 36 rund um den Autobahnanschluss Lahr, der vor allem während des Berufsverkehrs zu immer mehr Staus führt, muss in neuen Bahnen geführt werden. Auch ohne Zalando-Ansiedlung hat sich die Situation zunehmend verschärft. Björn Sönke Michler vom Referat Straßenbau des Regierungspräsidiums hat gestern im Verkehrsausschuss Varianten vorgestellt, wie man die Situation verbessern will.

Der vor allem vom westlichen Industriegebiet nördlich der Georg-Schaeffler-Straße und vom Logistikareal an der Einsteinallee ausgehende Verkehr beschäftigt die Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH, die Stadt und das Regierungspräsidium seit Monaten. Der Verkehr war auch bei einer Veranstaltung des SPD-Landtagskandidaten Karl-Rainer Kopf am Mittwoch in Schuttern wichtiges Thema. "Lahr und die Pendler stöhnen unter dem Verkehr. Wir haben festgestellt, dass der Rückstau immer länger wird", erklärte dort OB Wolfgang G. Müller (siehe Seite Friesenheim).

Der Handlungsdruck wird auch von Seiten des Regierungspräsidiums gesehen, was mit der Grund war, dass gestern Björn Michler in den Verkehrsausschuss gekommen war, um die Ergebnisse des bisherigen Nachdenkens vorzutragen. Noch muss allerdings einiges überprüft werden. Was heißt: Endgültige Ergebnisse gibt es noch nicht.

Klar ist eines: Bis zur Eröffnung der Landesgartenschau im April 2018 soll es Übergangsregelungen geben, die auf jeden Fall zu einer deutlichen Verbesserung der Situation führen. Problem dabei: Das Regierungspräsidium ist massiv vom Grunderwerb abhängig. Wenn sich jemand querstellt, ist bis 2018 einiges nicht zu schaffen. Geplant ist zunächst einmal, dass die Einmündung der Georg-Schaeffler-Straße in die B 36 durch eine Ampel geregelt wird, es wird zwei Rechtsabbiegespuren Richtung Autobahn geben. Dies gilt als effizienter als bisherige Überlegungen, über einen großen Kreisverkehr von der B 36 aus den Verkehr ins Logistikzentrum zu führen. Außerdem sollen die beiden Ausfahrtsspuren aus der Autobahn auf die B 36 jeweils eine zweite Spur erhalten für den nach Osten abbiegenden Verkehr. Nachgedacht wird auch darüber, die Bundesstraße 36 zwischen dem Dreispitz im Osten und der Einmündung nach Allmannsweier auf vier Spuren zu verbreitern.

An Georg-Schaeffler-Straße soll eine Ampelanlage kommen

Über die vorhandene Brücke soll der Verkehr von Allmannsweier zweispurig in Richtung Lahr geführt werden, Richtung Schwanau soll nur eine Spur zur Verfügung stehen. Die dritte Spur über die Brücke würde zu Lasten des durch eine Betonwand abgetrennten Rad- und Fußwegs gehen. Eine zweite Brücke nördlich der bestehenden zählt ins Programm bis 2015. Dies sind die Überlegungen bis 2018. Unberücksichtigt darin sind noch Fragen, wem welche Grundstücke gehören und zum heutigen Zeitpunkt auch, was denn alle diese Dinge kosten. Abgesehen vom Problem des Grunderwerbs sind alle jetzt vorgeschlagenen Projekte ohne Planfeststellungsverfahren möglich. Würde man ein solches brauchen, was nach 2018 zwingend wird, wären bis 2018 wenig Verbesserungen möglich. Ein gewisses Problem besteht auch in der Unditzüberquerung westlich der Autobahn, wo es um den Artenschutz geht.

Wenn Zalando im Herbst in den Testbetrieb geht, wird es nicht viele Monate brauchen, bis der Vollbetrieb läuft. Das heißt, die verbesserungswürdigen Zustände müssen tatsächlich zügig abgearbeitet werden. In der Zeit nach 2018 geht es vor allem um den Bau einer neuen Brücke die Autobahn nördlich der bestehenden. Oberbürgermeister Müller hatte dazu in Schuttern den Bundesverkehrswegeplan zitiert, der bis zum Jahr 2035 folgende Verbesserungen vorsehen könnte: Ausbau der Autobahnausfahrt Lahr zu einem kompletten Kleeblatt, neue Ausfahrt Friesenheim/Lahr-Nord sowie eine neue Ausfahrt Offenburg-Süd.