Abiturfach Alemannisch?

URTEILSPLATZ: Goldene Zeiten für Mundartler

Manfred Dürbeck

Von Manfred Dürbeck

Mi, 20. April 2016

Lahr

Mit den schriftlichen Klausuren haben die Abiturienten den ersten Teil der Schlacht hinter sich gebracht. Je nach den gewählten Schwerpunkten haben sie dabei ihre Kenntnisse in traditionellen Fächern wie Deutsch, Mathematik und Chemie oder Physik (mehr oder vielleicht auch weniger) belegt. In Baden-Württemberg gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, als Abiturfach Russisch oder Chinesisch zu wählen. In Mecklenburg-Vorpommern will man jetzt Neuland betreten, berichtet Spiegel Online. Der dortige Kultusminister plant, Plattdeutsch als zweite Fremdsprache einzuführen und als Abiturfach zuzulassen. Hintergrund seien offenbar Überlegungen, über ein "Heimatprogramm" ein "Heimatgefühl" zu entwickeln. Der 1. April liegt schon geraume Zeit zurück, insofern kann man getrost davon ausgehen, dass es sich hierbei um keinen Scherz handelt. Da staunt der Alemanne, und der Pädagoge im Südwesten wundert sich. Alemannisch als Abiturfach? Warum eigentlich nicht? Ein brachliegendes Feld für die Muettersprochgsellschaft, die sich diesbezüglich noch nicht als Pressuregroup in die Bresche geworfen hat: Für Mundartler brächen goldene Zeiten an. Aber wer aus dem Lehrkörper wäre heute noch in der Lage, die Leistungen der Abiturienten sachgerecht zu bewerten? Ludwig Hillenbrand ist bekanntlich schon im Ruhestand. Und welches Alemannisch hätten wir denn gerne?