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09. Februar 2012
Wer sicher sein will:
URTEILSPLATZ: Kein Geschäft am Telefon
Der ältere Herr hatte nie das Gefühl, ihm werde das Geld aus der Tasche gezogen. Er besitzt ein Telefon mit analogem Anschluss, das er nur selten zu ausufernden Gesprächen nutzt. Gelegentlich mal ein Anruf bei den Kindern, bei Freunden, mehr ist da nicht. Ein großes deutsches Telekommunikationsunternehmen, dem er stets die Treue gehalten hatte, buchte ihm jeden Monat zuverlässig Beträge von rund 40 Euro ab. Was ihm nicht weiter auffiel, bis er einmal begann, seine regelmäßigen Ausgaben genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei stellte er fest, dass er einen Tarif für Telefon und Internet besaß. Praktischerweise trägt dieser Tarif eine englische Bezeichnung. Allerdings besitzt der ältere Herr keinen Computer und er hatte niemals die Absicht, im Internet zu surfen. Vor ein paar Jahren hatte ihm eine freundliche junge Stimme am Telefon einen Tarifwechsel empfohlen, mit der Aussicht, dass er dann monatlich weniger Geld ausgeben müsse, daran erinnert er sich noch. Da er das Unternehmen für seriös hielt und Vertrauen fasste, stimmte er zu. Und nun dies. Dass die Firma nun einem sofortigen Tarifwechsel zustimmte, macht den Fall nicht ungeschehen. Einen Schluss hat der ältere Herr daraus gezogen. Wenn er jemals wieder angerufen wird, wenn jemals wieder eine freundliche Stimme ins Telefon flötet, sie habe da ein tolles Angebot für ihn, dann legt er, obwohl das eigentlich nicht seine Art ist, künftig einfach auf. Kommentarlos. Und ohne schlechtes Gewissen.
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Autor: Uwe Schwerer
