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14. August 2010

Ist Graffiti Kunst?

URTEILSPLATZ: Nicht nur Schmierereien

Ist Graffiti Kunst? Zu dieser Frage gibt es immer noch unterschiedliche Ansichten. Diejenigen, die sie verneinen, denken in erster Linie an bunt bemalte Züge, an Brücken, Unterführungen oder Gebäude, an denen tatsächlich oft diletantische Schmierereien prangen. Die Kosten, um illegal angebrachte Graffiti wieder zu entfernen, werden vom Zentralverband der Deutschen Haus- und Grundeigentümer in Deutschland im Jahr auf 500 Millionen Euro geschätzt (wobei nicht jede illegal angebrachte Graffiti auch schlecht ist und deshalb wieder übermalt werden müsste). Es ist richtig: Nicht jeder, der eine Sprühdose in der Hand hat, ist ein Künstler! Es ist aber auch falsch: Jeder, der ein Sprühdose in der Hand hat, ist ein Schmierer! Die Straßenkunst hat vielmehr mittlerweile den Weg in angesehene Galerien gefunden und was Graffiti in seinen vielfältigen Formen und Entwicklungen für künstlerische Ausformungen beinhaltet, welche Ideen und Kreativität dahintersteckt, das lässt sich unter anderem derzeit bei der Ausstellung der XX-Crew im Kesselhaus sehen. Manchem, dem die klassische Kunst näher liegt, mag das fremd vorkommen, aber jeder neue Stil in der Kunstgeschichte – ob nun Impressionismus, Expressionismus oder die abstrakte Malerei – war zunächst umstritten. Heute sind Bilder von Claude Monet, Marc Chagall oder Jackson Pollock Millionen von Euro wert. Nicht nur deshalb gibt es nur eine Antwort auf die Eingangsfrage: Ja, natürlich ist Graffiti Kunst!

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Autor: Zweite Lokalseite