CDU und Moschee

URTEILSPLATZ: Schlecht beraten

Christian Kramberg

Von Christian Kramberg

Mi, 04. Juni 2014

Lahr

Auf seinen Positionen zu beharren, ist in der Politik nicht unbedingt eine negative Eigenschaft. Es steht auch für Beständigkeit und Verlässlichkeit. Ob sich die CDU allerdings einen Gefallen damit getan hat, ihren Antrag zum Moschee-Standort ohne Abstriche im Gemeinderat zu verteidigen, muss bezweifelt werden. Man sollte meinen, dass den Verantwortlichen mittlerweile klar geworden ist, dass ihr Vorstoß zu einem zumindest verdächtigen Zeitpunkt – kurz vor der Kommunalwahl – erfolgt ist und einige Formulierungen unglücklich gewesen waren. Angesichts der einhelligen Ablehnung der anderen Fraktionen wie auch der Kirchen ist es deshalb ein billiges Ablenkungsmanöver, wenn Rudolf Dörfler jetzt der Presse Hofberichterstattung vorwirft. Besser sollten die Christdemokraten vor der eigenen Tür kehren. Bestätigung für ihren Vorstoß können sie aus dem Ergebnis der jüngsten Kommunalwahl eher nicht ableiten. Die Partei hat in Lahr unwesentlich dazugewonnen, ist aber annähernd auf ihrem Ergebnis von 2009 sitzen geblieben. Sollte sie mit der von ihr angezettelten Moschee-Debatte tatsächlich Stimmen am rechten Rand gewonnen haben, dann muss sie sich fragen, ob sie diese nicht in ihrer Mitte verloren hat. Es wäre eine gefährliche Entwicklung für die Volkspartei.