Was wird aus der Villa Jamm?

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Mo, 07. September 2015

Lahr

Vor-Ort-Sommeraktion der Lahrer SPD führt in den Stadtpark.

LAHR. Der Lahrer Stadtpark bedarf der ständigen Weiterentwicklung: Mit dem geplanten Tiergehege, der künftigen Nutzung der Villa Jamm und der weiterer Verwendung des Totempfahls hat sich die Lahrer SPD auf ihrer vierten Vor-Ort-Sommer-Aktion beschäftigt.

Mark Rinderspacher, der Vorsitzende des Ortsvereins, bescheinigte der Stadt, dem Freundeskreis Lahrer Stadtpark und der Berger-Pfänderstiftung beim Rundgang durch den Park, sie hätten viel Geld investiert, um das Kleinod nachkommenden Generation zu erhalten. "Die Weiterentwicklung hat einen hohen Stellenwert", unterstrich Richard Sottru, Chefgärtner und Geschäftsführer des Freundeskreises. Mit Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, dem Vorsitzenden des Freundeskreises, Reinhard Teufel, der Vorsitzenden der Berger-Pfänderstiftung, Monika Hiller, und rund 25 Interessierten zeigte Sottru die Brennpunkte im Park auf, für die Lösungen gefunden werden müssen.

Totempfahl
Er soll nicht geschreddert, sondern erhalten werden, bekräftigte Sottru bei der Besichtigung des in die Jahre gekommenen Geschenks der Kanadier aus dem Jahr 1977 (wir berichteten). Vorstöße, die kanadische Botschaft dazu zu bewegen, ein neues Exemplar nach Lahr zu schicken, seien bisher ohne Erfolg geblieben. Immerhin geht es dabei um Investitionskosten in Höhe von rund 100 000 Euro für einen neuen Totempfahl. "Ein Plagiat kommt nicht in Frage", so Sottru.

Mit Blick auf die Landesgartenschau und die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der kanadischen Konföderation im Jahr 2017 könnte sich Sottru gut vorstellen, dass Bewegung in die Sache komme. Er sagte zu, für das jetzige Exemplar einen würdigen Platz im Park zu finden. Angedacht wird etwa, den Totempfahl unter einen kanadischen Ahorn im Park zu legen. Große Zustimmung bei den Genossen fand Sottrus Idee, bei der Landesgartenschau als Zeichen der deutsch-kanadischen Freundschaft aus einem heimischen Douglasienstamm in einer öffentlichen Werkstatt einen Pfahl schnitzen zu lassen: "Das wäre ein Highlight."



Tiergehege und Affenhaus
Die Weichen fürs neue Tiergehege sind gestellt. Das Geld steht im Haushalt bereit. Richard Sottru führte der SPD in die neue Konzeption von Tiergehege, Affenhaus und neuer Futterküche vor. Rund 540 000 Euro sollen in das neue Gebäude im nördlichen Teil des Stadtparks investiert werden. Die Kosten werden von Stadt, Freundeskreis und Berger-Pfänder-Stiftung getragen. Im Winter sollen die sieben Kleingehege abgerissen und nach einem Jahr Bauzeit zwei neue Gebäude mit Flachdach für Totenkopfäffchen und Erdmännchen fertig sein, so Sottru. Die bisherige Zahl von insgesamt 170 Tieren im Park (einschließlich der Vogelarten) wird reduziert.



Die Villa Jamm
Sottru stellte mehrere Überlegungen vor, was aus der Villa Jamm werden könnte. Die "statische Kiste" wirke auf Besucher wie ein Gefängnis mit Gittern, und nicht wie die Villa eines steinreichen Kaufmanns. Ein Teil der im Gebäude befindlichen Exponate wird in das künftige stadtgeschichtliche Museum in der Tonofenfabrik wandern, so Sottru. Gedankenspiele könnten ohne Zeitdruck entwickelt werden: So könnte hier beispielsweise die städtische Galerie einziehen. Die freigewordenen Räume seien auch ideal für die private Vermietung von Veranstaltungen, wie es bereits in der Orangerie der Falle sei. Angedacht würden auch gartenbezogene Themen wie "Jamm und der Park" oder ein Gastronomie-Betrieb. "Es soll Leben in die Villa kommen", betonte auch der OB Müller, der mit Richard Sottru der Meinung ist, dass die Unternehmerpersönlichkeit Jamm von der Stadt bisher zu wenig vermarktet wird.



Gewächshäuser
Sottru nutzte den Rundgang, um Wünsche bei der Chrysanthemenaufzucht und den Gewächshäusern zu artikulieren. Er gewährte einen Einblick in die geheime "Experimentierstube" für die Chrysanthema. Angeführt wurden auch die zu klein gewordenen Gewächshäuser. Die Kosten für die Umsetzung seines Wunschkatalogs bezifferte er mit 55 000 Euro. Er wurde zur Kenntnis genommen.