"Wie der Urin eines zuckerkranken Gummibärchens"

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Di, 06. Oktober 2015

Lahr

Kabarettist Philipp Weber macht CSG-Schüler auf ungesunde Lebensmittel aufmerksam, zum Beispiel auf Red Bull.

LAHR. Der Kabarettist Philipp Weber hat Zehnt- und Elftklässler des Clara-Schumann-Gymnasiums auf den Geschmack gebracht, einerseits durch seine Humoreske zum Thema Ernährung, andererseits begleitete der Kabarettist und studierte Biologe fünf ausgewählte Schüler in die Schulküche. Denn der CSG-Mensa-Test stand auf der Tagesordnung. Am Ende gratulierte Philipp Weber den Küchenchefs Sabine Schumacher und Claudia Braunstein "zum gelungenen Mittagstisch".

Zunächst hatte Philipp Weber Platz auf dem Podium in der Turnhalle des Clara-Schumann-Gymnasiums genommen. "Schon gefrühstückt, eine Tasse Kaffee als Muntermacher", fragt er in die Runde, wartet kurz eine Antwort ab und schiebt hinterher, "Red Bull vielleicht?" Um dann die kichernden Schüler aufzuklären: "Red Bull ist wie der Morgenurin eines zuckerkranken Gummibärchens." Vom Zucker kam der Kabarettist auf die Alkopops zu sprechen, seine Kritik machte auch vor Bionade nicht halt und damit vor Zucker aus kontrolliert ökologischem Anbau. Dann kam die Tütensuppe an die Reihe. Weber listete die Zutaten auf und ließ die Schüler raten, um welche Suppe es sich im konkreten Fall handeln könnte.

In seinem Bühnenstück "Futter – streng verdaulich" geht es dem geborenen Unterfranken um Verbraucherschutz. Den will er durch Humor anspruchsvoll und unterhaltend unters Volk bringen. Das kommt dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) entgegen. Denn es verfolgt das Ziel, in der Gesellschaft für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln, eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und für einen gesunden Lebensstil zu werben. Jedes Jahr werben die über 450 Multiplikatoren der Landesinitiativen Bewusste Kinderernährung und Blickpunkt Ernährung in über 8000 Fortbildungen, Vorträgen und praxisorientiertem Unterricht für diese Botschaft.

Am 22. Oktober ist Tag der Schulverpflegung, und die Mensa steht dann Mittelpunkt. Aus diesem Grund wurde ein Landeswettbewerb "Klasse Essen in der Schule" ausgeschrieben, für den sich über 40 Schulen unterschiedlicher Trägerschaft und Richtungen beworben hatten. Drei Schulmensen wurden ausgewählt und kamen in den Genuss des Schulmensatests und der Aufführung von Philipp Weber, darunter das Clara-Schumann-Gymnasium.

Und dann kam der Mann in Sachen Verbraucherschutz auch noch auf eine aktuelle Frage zu sprechen: "Können wir uns Armutsflüchtlinge leisten". Er spielte damit darauf an, dass in deutschen Haushalten Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworden werden. Zudem würden vier Milliarden Euro für Werbespots ausgegeben, damit eine übersatte Gesellschaft Appetit aufs Essen bekomme.

Unter Applaus begleiteten die Schüler dann das Gastgeschenk zum Mensatest. Es gab Lasagne mit gemischtem Salat wie von Muttern. Und das Ergebnis des Mensatests war durchweg gut. Folgende Kriterien waren von den fünf Schülern und dem Kabarettisten bewertet: Ambiente und Atmosphäre des Speisesaals, Service bei der Essensausgabe, Aussehen der Speisen, Geschmack von Vor- und Hauptspeise und Nachtisch.