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09. Februar 2012
Ziel: ein Wandel des Bewusstseins
Forum des Lahrer Naturschutzbunds mit regionalen Erzeugern zum Thema gesunde Ernährung, Umwelt- und Tierschutz.
LAHR. Seit etwa einem Jahr gibt es im Naturschutzbund Lahr (Nabu) die Gruppe Mensch – Tier – Umwelt. Am Dienstagabend hatte der Leiter der Gruppe, Gerhard Siefert, zu einem Forum mit dem Titel "GeschmacksReich – Die Welt des Essens in Bewegung Richtung Gesundheit, Umweltschutz und Tierschutz" ins Restaurant Dammenmühle in Sulz eingeladen.
Die Moderation der Veranstaltung hatte Uwe Baumann übernommen, der mit seinem Eingangsreferat die Zielsetzung des Forums umriss: Es gehe darum, gemeinsam für mehr regional erzeugte, ökologische Lebensmittel zu werben. Essen sei ein "hochpolitisches Thema", das in der Luft liege.Der Verbraucher könne durch sein Verhalten darüber abstimmen, wie dieses Essen erzeugt werde. Doch solle nicht Verzicht gepredigt werden, sondern es gelte, die Vorteile herauszustellen. Weniger und dafür höherwertiges Fleisch zu verzehren sei ein Beitrag zum Tierschutz, zur eigenen Gesundheitsvorsorge und vor allem schmecke es gut. "Wie schaffen wir das zu vermitteln – abseits von Moral und Dogmatik?" Das war die Kernfrage des Abends.
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Dazu gab es einige Ideen – so zum Beispiel die Einführung eines vegetarischen Tages in allen institutionellen Kantinen der Stadt, Kampagnen zur Verbraucher- und Geschmacksbildung, Kochkurse für Kinder, Besichtigungen von Biohöfen, oder auch ein Stand auf dem Lahrer Stadtfest. Inhaltlich waren sich alle Teilnehmer dieser Runde einig, in der Bewertung der politischen Situation gab es Unterschiede. So hielt Edda Siefert vom Nabu die Lebensmittelskandale der letzten Zeit als geradezu positiv für die Ziele der ökologisch orientierten Erzeuger, Landwirt Matthias Zipf meinte dagegen, dass die Konsequenzen aus den Skandalen immer nur kurz zu spüren seien. Er plädierte dafür, einerseits im Kleinen vorzuleben, dass eine Ernährung mit weniger Fleisch und ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln nicht nur gesünder, sondern auch "wahrhaftiger" sei, andererseits auch auf "strahlkräftige Vermittler" zu setzen, um diese Botschaft zu verbreiten. Der Einwand, eine solche Ernährungsweise sei für viele Menschen und für Kantinen zu teuer, wurde immer wieder angesprochen. Die Teilnehmer plädierten allerdings auch nicht für eine Maximallösung, sondern streben an, einen Bewusstseinswandel bei Menschen zu erreichen, die sich auf diesen Weg machen wollen. Es gehe nicht um ganz oder gar nicht, sondern darum "den Übergang zu gestalten" von Massenerzeugung und Nahrungsmittelindustrie zu heimischer, gesunder, ökologisch erzeugter Ernährung.
Zur Veranstaltung gekommen waren neben einigen Mitgliedern des Nabu vor allem Praktiker: der Biogemüsebauer Matthias Zipf, die regionalen Fleischerzeuger Martin Müllerleile vom Kasperhof in Schuttertal sowie Familie Reitter vom Ottenheimer Reitterhof, Susanne Krämer vom Biomarkt Lahr-Bio sowie die beiden Köche und Caterer Ibrahim Tükerek und Rüdiger Held. Außerdem war Martin Spirgatis vom Lahrer Tierschutzverein und Uli Sand mit Tochter als Vertreter des BUND und landwirtschaftlicher Selbstversorger vertreten.
Autor: Juliana Eiland-Jung
