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14. Juni 2012

Unterm Strich

Langlaster: Gaga-Liner in der Sackgasse

Der Test mit den Langlastern ist mangels Teilnehmern gescheitert / Von Franz Schmider.

Hat Peter Ramsauer die Wand einfach nicht gesehen? Nicht sehen wollen? Oder wollte er der Republik beweisen, dass er – Kopf voran – durchkommt? Selbst ihm Wohlgesonnene hatten dem CSU-Politiker abgeraten von dem Testlauf mit den Riesenbrummis. "Giga-Liner sind Giga-Blödsinn", sagte zum Beispiel Rainer Wendt, der zu starken Worten neigende Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft. Der ADAC rechnete dem Verkehrsminister früh und penibel vor, dass das Überholen eines 25,25 Meter langen und 80 Stundenkilometer schnellen Großlasters bei Tempo 100 stolze 149 Meter beanspruche, 44 mehr als der gleiche Überholvorgang bei einem Standard-Lkw mit 18,75 Metern Länge. Daraus zog der Club der Autofreunde den Schluss, dass die Euro-Kombis – so der ursprüngliche Name – das Risiko erhöhen würden. Damit fand sich der Autoclub unverhofft und einmalig auf der Seite der Grünen.

Doch nachdem sich Ramsauer erst einmal in die Sackgasse manövriert hatte, entschied er sich für einen in Politikerkreisen gängigen Ausweg: Er ordnete einen Probelauf an. Fünf Jahre lang wollte er die neuen, überlangen Lastwagen testen lassen – in der Gewissheit, dass er ihnen auf diese Weise den Weg ebnen könne. Dabei geht es nicht darum zu beweisen, dass die 44-Tonner tatsächlich rollen. Sie sollten vielmehr den Beweis antreten, dass große Laster in der Praxis sparsamer sind, um enge Kurven und durch Kreisel passen, rechtzeitig die Kreuzung frei machen und selbst auf der Landstraße keine Gefahr darstellen.

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Dumm nur, dass nur sieben von 16 Bundesländern an dem Versuch teilnehmen und den Fahrzeugen eine Ausnahmezulassung erteilen. Dumm auch, dass sich die Speditionen vornehm zurückhalten. Der Versuch sei fern der Praxis, kritisierte ein großer Fuhrunternehmer. Ganze 13 Gigaliner rollen seit Jahresanfang über deutsche Straßen. Zu wenig für aussagekräftige Ergebnisse. Das weiß auch Ramsauer. Die Frage ist, wann er das Ende der Gaga-Liner einräumt.

Autor: fs


11 Kommentare

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Matthias Beyer

Registriert seit: 17.03.2012

Kommentare: 99

15. Juni 2012 - 09:16 Uhr

Gut so. Manche Probleme löschen sich einfach von selber.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

15. Juni 2012 - 09:58 Uhr

"Langlaster: Gaga-Liner in der Sackgasse"

Gaga-Liner? Ist das der Laster von Lady Gaga?

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1208

15. Juni 2012 - 10:14 Uhr

@ Herr Mayer: Nee, das ist der Umzugs-LKW von GAGArmel (der von den Schlümpfen) ;-)

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Alaric Reitzner  

Alaric Reitzner

Registriert seit: 12.05.2011

Kommentare: 409

15. Juni 2012 - 16:11 Uhr

bei unseren schlecht gebauten Straßen und defizitären Straßennetz ist das kein Wunder. Aber wo bleiben die Alternativen? Der Gigaliner ist ein wichtiger Baustein der Wettbewerbsfähigkeit. Bei unseren Spritpreisen und immer mehr werdenden Kosten die durch Steuern, Maut und dem Wettbewerbsdruck entstehen, wird Deutschland früher oder später im Transitverkehr keine Rolle mehr spielen. Dafür haben wir dann noch mehr fahrende Tretminen auf der Straße fahren. Der Verkehr wird noch dichter, die Geschwindigkeiten noch langsamer, die Umweltbelastung wird erhöht und und und.....

Für den Endverbraucher bedeutet es höhere Kosten.... Der GIGALINER ist eine gute Idee mit schlechter Vermarktungsstrategie....

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

15. Juni 2012 - 17:02 Uhr

Herr Reitzner, diese Monster wurden nicht für den Transitverkehr entworfen, sondern um der Industrie noch mehr kostenlosen rollenden Lagerplatz auf den öffentlichen Strassen einzuräumen.

Gut, dass das stribt.

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Alaric Reitzner  

Alaric Reitzner

Registriert seit: 12.05.2011

Kommentare: 409

16. Juni 2012 - 13:03 Uhr

@maierhofer: das das natürliche Kapazitätserweiterung zur Folge hat ist unumstritten. Ds es jedoch nur als fahrendes Lager zu sehen ist ist nur 1/4 der Wahrheit. Was Glauben Sie warum an den Hauptverkehrsstraßen üble 30 - 50 KM ein logistikcenter entsteht? Es geht darum den Verbrauchsgütern eine Lagerfläche zur weiteren Verteilung in die Märkte zu bieten. Und die giga's sind nur Transitgebundene Verkehrsmittel mit größerer Lagerkapazität. Es gibt nicht sehr viele Transporte die an der Gewichtsorientierten Grenze transportiert werden. Die meisten 40tonner fahren mit 28- 30 Tonnen durch die Gegend. Ökonomisch manchmal vertretbar. Ökologisch leider nicht.

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

17. Juni 2012 - 12:56 Uhr

Herr Maierhofer, die Giga-Liner sind sehr wohl und nochdazu ausschließlich für den Transit gedacht gewesen! Und es wurden dazu sogar nur bestimmte Nord-Süd und West-Ost-Achsen geplant, auf denen diese LKW ausschließlich fahren sollte. Ausserdem war von Anfang an die in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge auf 400 Stück limitiert.

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

17. Juni 2012 - 13:52 Uhr

Und dann noch ein Hinweis, für alle die wieder auf den üblichen Ruf nach "Güter gehören auf die Bahn" warten:
Ihr lieben PKW-Fahrer, steigt Ihr doch um auf die Bahn,dann sind die Autobahnen für unsre LKW's frei.
Und spätestens jetzt merkt auch Ihr wie flexibel die Bahn ist.

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Johannes Hermann

Registriert seit: 06.06.2012

Kommentare: 177

17. Juni 2012 - 20:48 Uhr

@Martin Roller:
Güter gehören auf die Bahn - eigentlich. Nur ist dies so einfach gar nicht mehr möglich. Dafür hat die Bahn selbst gesorgt, indem sie nach und nach den größten Teil der Industriegleise abgebaut hat. Mit den heutigen Möglichkeiten wäre es mit einem entsprechend intakten Netz sehr gut möglich einen wirkungsvollen Güterverkehr zu unterhalten.

Die Ursachen und Faktoren für den stetig noch ansteigenden Transport auf der Strasse liegt aber auch in dem "alles immer günstiger und mehr - Mentalität, an der wir Verbraucher auch teilnehmen. Es muss nicht sein, das s zum Beispiel Krabben mehrfach durch Europa und bis Marokko (zum Puhlen) und wieder zurück gekarrt werden - dass ist mit Verlaub ziemlicher Schwachsinn. Es gibt noch viel mehr unsinnige Beispiele ... Ein Joghurtbecher legt auch mehrere tausend Kilometer zurück, bevor er bei uns im Kühlschrank landet.

Wir habens in der Hand, wieder vermehrt lokale Güter einzukaufen und insbesondere bei Lebensmittel saisonal zu denken. Aber solange es selbst im Bioladen im Vauban (jawohl, ich habs selbst gesehen!) es Obst zu kaufen gibt, welches 1. nicht von hier und 2. nicht jahreszeitgemäß ist, wird sich nichts ändern.

... wobei, die Zeichen der Zeit stehen auf Wind und wir werden radikale Veränderungen in unserer Gesellschaft erleben, die unser Konsumverhalten total dreht. Wir werden in absehbarer Zeit uns aufs notwendige beschränken und vielleicht dadurch zu uns selbst finden. Ich glaube, dass wir demnächst weder mehr noch größere Strassen brauchen noch mehr Transportmöglichkeiten. Verkehr ober Güter oder Personen, ob Strasse oder sonstwas wird extrem teuer und wird deswegen von selbst weniger. Bedingt dadurch werden wir über die kommenden Jahre ein hochgradig negatives Wirtschaftswachstum erleben, auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht. Ich rede hier nicht den Teufel an die Wand sondern verfolge die Ereignisse dieser Tage. Griechenland ist nur Klacks ...

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

18. Juni 2012 - 23:06 Uhr

Herr herrmann,
sie sprechen mir aus der Seele, oder wie ich hier im Forum vor einiger zeit bei einem ähnlichen Thema geschrieben habe:
Solande in Bayern Holländischer Käse gegessen wird und in Norddeutschland Bayrisches Bier getrunken wird, solange brauchen wir die Kollegen Berufskraftfahrer ...

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1358

18. Juni 2012 - 23:37 Uhr

Herr Reitzner, sie haben eine Logistikfirma, richtig? Dann verstehe ich ihren Beitrag, die Schäden durch die Gigaliner bezahlt die Allgemeinheit, die Gewinne streichen die Unternehmen ein. Gleichzeitig wird der umweltfreundliche, aber lästige Konkurrent "Bahn" weiter geschwächt. Dass wäre als Spediteur auch ganz nach meinem Geschmack. Bloß dass Verkehrt-Minister Ramsauer nicht von denen, sondern von den Bürgern gewählt wurde. Interessiert ihn aber nicht.
Die Alternative? Verkehrsvermeidung, Regionalisierung, kurze Transportwege und Güter auf die Schiene. Dann bleibt Mensch und Umwelt der Schwachsinn Gigaliner erspart.

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