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12. Juni 2012 08:29 Uhr

Olympiateilnehmer und Deutscher Meister

Langlauf-Ass Josef "Sepp" Maier aus St. Peter ist tot

Josef "Sepp" Maier ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Skilangläufer des SC St. Peter war neunmal Deutscher Meister und nahm an den Olympischen Spielen in Squaw Valley teil.

  1. Schwarzwaldmeister im Staffellauf 1959 in Schönwald: Die „Maier-Buben“ (von links) Rudolf Maier, Fritz Maier, „Skivater“ Karl Maier, Sepp Maier und Hans Maier. Hahne Foto: Repro Hahne

  2. Josef Maier in seiner aktiven Zeit. Foto: Privat

  3. Sie alle schrieben Schwarzwälder Skigeschichte: Der Gründer des Badischen Sportbundes, Freddy Stober und Sepp Maier aus St. Peter (beide sitzend) sowie Siegfried Hug (stehend links) aus Hinterzarten, aufgenommen 2010. Foto: Dieter Maurer

Über den Vater Karl Maier wurde den "Maier-Buben" Rudolf, Fritz, Hans und eben Sepp die Liebe zum Wintersport in die Wiege gelegt. Wenn die Arbeit auf dem elterlichen "Rohrerhof" gemacht war, hatte sich die ganze Familie dem Wintersport verschrieben. "Die sind damals noch mit den Skiern in die Schule gelaufen", erzählt Christoph Maier von den Erinnerungen des Vaters. Und weil er im Winter fast tägliche Schneekontakt mit den schmalen Brettern unter den Füßen hatte, sollte Sepp Maier die große weite Skiwelt erkunden. In vier Jahren, von 1957 bis 1961, sammelte der Landwirt nicht weniger als neun Titel. Er wurde Deutscher Meister über 15 und 30 Kilometer sowie die Marathon-Distanz von 50 Kilometern und mit der Länderstaffel. Dazu kamen in den Folgejahren sechs zweite Plätze bei den nationalen Titelkämpfen. Unvergessen auch der Sieg der "Familienstaffel Maier" mit Rudolf, Fritz, Sepp und Hans, die im Jahr 1959 in Schönwald Schwarzwald-Staffelmeister wurde. "Es war die Zeit, als man zu einem Skilanglaufrennen wie Rund um Neukirch noch mit dem Traktor an- und abreiste": auch diese Episode gehört zu den Erinnerungen von Sepp Maier.

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Erfolg in Squaw Valley und am Holmenkollen

Höhepunkt der sportlichen Laufbahn war zweifelsohne im Jahr 1960 die Nominierung für die Olympischen Winterspiele in Squaw Valley. Am 19. Februar startete der Schwarzwälder Skilangläufer im olympischen Rennen über 30 Kilometer und kam im Feld der Athleten aus 34 Nationen mit einer Laufzeit von 2:02,10 Stunden auf den 26. Platz. Damit war Josef Maier zweitbester Deutscher. Skikameraden holten Maier am 6. März 1960 am Flughafen in München ab, am heimischen Bertholdsplatz in St. Peter wurde er noch am selben Tag begeistert gefeiert. Der damalige Präsident des Skiverbands Schwarzwald, Fredy Stober, würdigte damals Maiers Erfolge als "eine Leistung, wie sie von keinem anderen Schwarzwälder Skilangläufer in der Ära des deutschen Skiverbandes bis zu diesem Zeitpunkt erreicht wurde".

In seinem sportlich erfolgreichsten Jahr 1961 startete Sepp Maier in Lahti bei den finnischen Skispielen und war über 15 Kilometer bester Skilangläufer der Bundesrepublik. Am legendären Holmenkollen war er über die gleiche Distanz sogar bester gesamtdeutscher Starter. Ein sportlicher Höhepunkt in der aktiven Laufbahn des Skilangläufers vom SC St. Peter war zweifelsohne auch der Start bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft im polnischen Zakopane.

Zwischen den Rennen im Winter arbeitete Josef Maier immer wieder auf dem elterlichen Bauernhof, den er im Jahr 1996 an seinen Sohn Christoph übergab. Über seine sportliche Aktivität hinaus fand Josef Maier zudem noch Zeit, sich zehn Jahre lang im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde St. Peter zu engagieren. Die Schwarzwälder Skifamilie trauert mit den Geschwistern, drei Kindern und sechs Enkeln um einen großen Wintersportler. "Sepp Maier war ein unvergleichlicher Sportler und stammte aus einer für die damalige Zeit typischen Skifamilie", würdigte SVS-Präsident Stefan Wirbser den Verstorbenen. Im Jahr 1975 wurde Josef Maier in Schonach die Goldene Ehrennadel des Skiverbands Schwarzwald verliehen. Nun ist er nach längerer schwerer Krankheit gestorben. Das Seelenamt für Josef "Sepp" Maier ist am Mittwoch, 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter.

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Autor: ah