Laserscanner auf der Straße

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Do, 26. April 2018

Hartheim

Um die zukünftigen Haushalte aufzustellen, muss Hartheim seine Vermögenswerte ermitteln lassen.

HARTHEIM AM RHEIN (sam). Spätestens 2020 muss Hartheim seinen Etat auf das neue kommunale Haushaltsrecht umstellen. Einen Ratsbeschluss für die Umsetzung 2019 gibt es bereits. Die sogenannte Doppik-Veranlagung wirft jedoch lange Schatten voraus. So müssen die Vermögenswerte erfasst und zur Berechnung dem neuen System angepasst werden.

Zu den Vermögenswerten zählen die Gemeindestraßen. Diese sollen nun auf mehrheitlichen Ratsbeschluss – bei einer Enthaltung – durch eine Spezialfirma bewertet werden. Dabei geht es mit dem Laserscanner durch Hartheim, mit dem der Zustand der Straßen ermittelt werden kann. Ein Unternehmen aus Esslingen mit Zweigstelle in Breisach bietet ein solches Scanverfahren an. Für die Gemeindestraßen in Hartheim, Feldkirch und Bremgarten kalkuliert die 18 Mitarbeiter zählende Kosima, die seit 2011 Dekra-Partner ist, 18 000 Euro.

In dieser Angebotssumme enthalten ist nach den Worten von Kosima-Planer Ronny Besinger die Erfassung und Dokumentation des Straßenzustandes im Scan- und Videoverfahren sowie die Auswertung der Daten. Eine Einbindung in das GIS-System und die Ermittlung der Vermögensrestwerte gehört ebenfalls zu den Leistungen. Nicht zuletzt könne daraus abgeleitet werden, was zu tun ist für den Erhalt der Straßen. Besinger sprach von Zustandsprognosen für zehn bis 15 Jahre, die für die Unterhaltsplanung kommunaler Streckennetze oder Bauvorhaben herangezogen werden können, wobei alle Daten intern verarbeitet und nicht veröffentlich werden. Auch ersetze das Unternehmen keine Ingenieursleistungen, wie Kosima-Manager Besinger betonte. Durch die Auswertung der Daten ergeben sich Besinger zufolge Synergieeffekte für das Bauamt und die Kämmerei.

Bürgermeister Stefan Ostermaier zufolge muss der Erfassungszeitraum im Vorfeld publik gemacht werden, da das signalrote Scanmobil, das mit drei Videokameras sowie zwei Laserscannern und einer GPS-Antenne ausgestattet ist, nur Strecken erfassen kann, auf denen keine Autos parken. "Wir müssen sehen, dass die Straßen dann frei sind", so Ostermaier. Straßensperrungen sind für die Erfassungsfahrten nicht nötig.

Gemeinderat Jürgen Stein (SPD), der sich der Stimme enthielt, bemängelte, dass nur die Gemeindestraßen erfasst werden. Er finde, es würden falsche Prioritäten gesetzt, wenn die Kreisstraßen nicht berücksichtigt sind. "Da haben wir doch das Verkehrsproblem", so Stein, "wäre es nicht möglich, die Datenerfassung auf die Kreisstraßen auszuweiten." Der Kosima-Manager wandte darauf ein, dass auch die Gehwege berücksichtigt werden, somit alle Straßen abgefahren werden müssen.