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14. Februar 2010 19:58 Uhr

Eintracht – Sportclub 2:1

Last-Minute-Tor: SC Freiburg verliert 1:2 in Frankfurt

Nackenschlag in der Schlussminute: Durch ein Tor in der Nachspielzeit hat der SC Freiburg sein Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt verloren. Der Sportclub bleibt damit mit 19 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz – zwei Zähler vom Relegationsplatz entfernt.

  1. Torjubel am Spielende: Halil Altintop nach dem Frankfurter Siegtreffer. Foto: ddp

FRANKFURT. In den Katakomben der Commerzbank-Arena wurde vor dem Spiel eifrig gerechnet. Die einheimischen Journalisten skizzierten verbal bereits den Weg der Eintracht in den Europapokal. Nach dem 3:2-Sieg zuletzt in Dortmund gedeihen die Träume prächtig in Hessen. Ein Sieg und drei Punkte gegen Freiburg, logisch, wurden bereits vorab verbucht. Doch dann, als der Schlusspfiff ertönt war, geschah erstmal nichts.

Es mag dieser (Fasnachts-)Tage Orte geben, an denen die Post abgeht. Das schmucke WM-Stadion in Frankfurt gehörte nicht dazu. Die Gastgeber agierten merkwürdig zurückhaltend, fast lustlos. Und der Sportclub? Der verhielt sich, wie das eine Auswärtsmannschaft normalerweise tut und war zunächst um ein stabiles Defensivverhalten bemüht. Mit Erfolg. Als die Eintracht nach 20 Minuten noch immer recht uninspiriert und harmlos vorging, entwickelten die Breisgauer in der Offensive mehr und mehr Mut. Nach Yacine Abdessadkis gutem Pass bot sich Papiss Cissé eine erste Möglichkeit. Im Duell mit der Frankfurter Zerstörungsinstitution Maik Franz legte sich der Senegalese den Ball jedoch etwas zu weit vor (24.). Nur eine Minute danach traf Cissé dann. Die Vorarbeit leisteten Du-Ri Cha mit einer Flanke – und der Frankfurter Torwart Oka Nikolov, der den Ball unbedrängt aus den Händen gleiten ließ. Cissé musste ihn nur noch über die Linie stochern.

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"Das darf einfach nicht passieren."

SC-Coach Robin Dutt
Nun war es ein Fußballspiel mit zwei Teilnehmern. Die gastgebende Eintracht bemühte sich deutlich mehr um eigene Angriffszüge, die Gäste machten mit und hielten gut dagegen. Schusters abgefälschter Distanzschuss wäre fast zum 2:0 in den Maschen gelandet (36.). Es sah weiter gut aus für die Freiburger. Doch dann ergriff Schiedsrichter Babak Rafati die Initiative. Köhlers Antritt war zweifellos provokant, doch Ömer Topraks Abwehraktion selbst von der Tribüne aus als einwandfrei zu erkennen. "Das war definitiv kein Foul", beteuerte Toprak später. Rafati erkannte dennoch auf Freistoß für Frankfurt, zeigte Toprak sogar die gelbe Karte. Viel schwerwiegender war indes, dass Benjamin Köhler zum 1:1 verwandelte. Und hätte Altintop nach Heiko Butschers missratenem Rückpass nicht den Pfosten getroffen (41.), Frankfurt wäre fast ohne eigenes Zutun mit 2:1 vorn gelegen.

So aber war die Ausgangsposition zu Beginn der zweiten Halbzeit dieselbe wie vor Spielbeginn. Nur dass es der Sportclub nun mit einem ambitionierteren Gegner zu tun hatte. Alexander Meiers gefährlicher Kopfball (57.) war ein erstes deutliches Indiz dafür. Vor allem aber nahmen die Frankfurter den Freiburgern durch ihr nun deutlich verbessertes Engagement im läuferischen Bereich den Spielraum.

"In der zweiten Halbzeit hat Frankfurt mächtig Druck gemacht, da sind wir nicht mehr richtig hinten raus gekommen", räumte Daniel Williams nach Schlusspfiff ein. Robin Dutt, sein Trainer, ging noch weiter: "Da waren wir richtig schlecht." Das zeigte sich auch darin, dass dem Aufsteiger oft nur eine Option blieb: der hohe, weite Pass in die Spitze. Bisweilen endete die Freiburger Spieleröffnung aber schon am eigenen Strafraum. So wie in der 64. Minute, als Cissé unachtsam den gerade eingewechselten Brasilianer Caio bediente, bei dessen Flachschuss sich SC-Schlussmann Simon Pouplin mächtig strecken musste, um zu parieren.

Ungeordnet in der Schlussphase

Der Druck der Eintracht nahm zu, befreiende Sportclub-Aktionen wurden weniger. Ein Volleyschuss des eingewechselten Tommy Bechmann war so eine (68.), der Ball flog aber weit übers Tor. Mo Idrissous Kopfballgelegenheit (69.) eine weitere. Allerdings schaffte es der Sportclub nicht mehr, einen Angriff gezielt zu Ende zu spielen. Die Frankfurter allerdings auch nicht. Als Caios Schuss aus 25 Metern an den Pfosten krachte (80.), hatte das Team von Robin Dutt aber Glück. Verdientes Glück, angesichts der Schiedsrichter-Fehlentscheidung in der ersten Halbzeit.

Aber es blieb ihnen nicht treu. "Ich stehe schlecht und dann entwischt mir der Altintop und macht ihn rein", beschrieb Ömer Toprak jene Szene in der Nachspielzeit, die den Sportclub des sicher geglaubten Punktgewinns beraubte. "Das darf einfach nicht passieren", urteilte Robin Dutt. Er meinte das ungeordnete Defensivverhalten seines Teams in der Schlussphase, aber auch die falsche Einschätzung des Unparteiischen vor dem 1:1.

Frankfurt: Nikolov, Jung, Franz, Russ, Spycher, Chris, Ochs, Teber (63. Caio), Meier, Köhler (80. Korkmaz), Hal. Altintop. Freiburg: Pouplin, Williams, Toprak, Butscher, Bastians, Schuster, Flum, Cha (64. Bechmann), Makiadi (21. Abdessadki), Cissé (82. Reisinger), Idrissou. Schiedsrichter: Rafati (Hannover). Tore: 0:1 Cissé (25.), 1:1 Köhler (40.), 2:1 Altintop (90.+1). Zuschauer: 34 900. Gelbe Karten: Köhler (1) / Abdessadki (2), Bastians (3), Toprak (2).


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Autor: René Kübler