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09. Februar 2012

Der Einzige im Raum, der anerkannt normal ist . . .

Erinnerungen an Albert Probst / Blümcke berichtete aus dem Leben des Laufenburger Originals, Quennoz trug dessen Gedichte vor.

LAUFENBURG/SCHWEIZ (herb). Zur Fasnacht in der Bütt wäre Albert Probst, der von 1899 bis 1970 in Laufenburg/ Schweiz lebte und wirkte, gewiss auch heuer der Star gewesen. Seine Gedichte und sehr treffenden Beschreibungen von Bürgern der Stadt trafen ins Schwarze. Nur wenige davon wurden gedruckt und der Nachwelt hinterlassen. Eine kleine Sammlung bildete die Grundlage für einen Vortrag von Stadtarchivar Martin Blümcke vor 50 Zuhörern in der Zunftstube im Museum Schiff. Zusammen mit Daniel Quennoz, der die Gedichte pointiert vortrug, brachte Blümcke die Gäste zum Schmunzeln, als er aus dem Leben und Wirken Albert Probsts berichtete.

"Er suchte keine feste Anstellung, er arbeitete nur so viel, um zu überleben und essen und trinken zu haben, wobei das Trinken nicht klein geschrieben war", so Blümcke. Probsts viele Gedichte waren oft sozialkritisch. In "Die Zwillingsgeburt" etwa nimmt er den Sachverstand von Krankenschwester Walburga auf die Schippe, die aufgrund der Größe eines Bauchs Zwillinge diagnostizierte. Als sich der Zwilling als Nachgeburt entpuppte, resümiert er: Blinder Eifer schadet nur.

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Neben seinem dichterischen hatte Probst auch ein Talent als Hobbymaler. Einige seiner vielen Bilder sind im Museum Schiff zu sehen. Zur Fastnachtszeit half er bei der Gestaltung von Dekorationen, malte Bühnenbilder, entwarf Kostüme. Als besonderes Original entpuppte sich Probst, als er 1923 behauptete, das Gasthaus Pfauen angezündet zu haben, in dem er nach dem Wiederaufbau die Strumpfwarenfabrik Bonneterie AG untergebracht war. Darob wurde der zur Untersuchung des Geisteszustands in eine Nervenklinik nach Königsfeld gebracht. Dort wurde ihm bescheinigt, dass er völlig normal sei. Als er später wegen eines seiner Streiche vor den Stadtammann zitiert wurde, konnte er darauf verweisen, dass er der einzige im Raum sei, der es schriftlich habe, normal zu sein.

Namens aller dankte Museumspräsident Hans Burger für den Vortrag.

Autor: herb