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04. Februar 2012
"Die beste Fasnacht von allen"
Brauchtum und lockere Dialoge beim Hauptbott der Narro-Altfischerzunft 1386 / Oberle und Klingele sind nun Ehrenzunftmeister.
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Harte Arbeit für die Zunftratsband: Leadsänger René Leuenberger beim Hauptbott schmachtend mit einem Groupie. Foto: Stefan sahli
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Geehrte und vereidigte Zunftbrüder: Zunftmeister Claus Epting, Thomas Wasmer, Jürgen Maier, Hubert Mutter, Charly Oberle, Tobias Maier, Markus Jehle, Andy Maier, Felix Klingele und Zunftmeister René Leuenberger jun. (von links) beim Hauptbott der Narro-Altfischerzunft 1386 von Laufenburg Foto: Stefan Sahli
LAUFENBURG. Traditionell am Ersten Faißen fand – heuer in der Schweizer Sporthalle Burgmatt – das Hauptbott der Narro-Altfischerzunft 1386 statt, was auch diesmal alles andere war als die profane Hauptversammlung einer alten Fasnachtszunft. Die Narronen von beiden Laufenburg bewiesen wieder einmal, dass Brauchtumspflege auch Spaß machen kann – erst recht, wenn man die Bühne für sich allein hat.
Neben der örtlichen Prominenz waren zum Hauptbott auch wieder viele Vertreter befreundeter Zünfte erschienen – einige vom Zunftmeister der mehreren Stadt, René Leuenberger, auf die ihm eigene liebenswürdige Art begrüßt. "Wir haben alles getan, um den Besuch zu verhindern", meinte er schon mal zur Begrüßung – um dann aber schnell einzulenken (oder war’s bereits Resignation?): "Schön, dass Sie da sind." Dass selbst zwischen den Zunftmeistern von rechts und links des Rhein bisweilen ein rauer Ton herrscht, machte Claus Epting von der deutschen Seite deutlich. "Endlich weiß ich, was mit der mehreren und der minderen Stadt gemeint ist", meinte er – die Leibesfülle seines helvetischen Kollegen sinnierend betrachtend.Werbung
Aber auch solche Spitzen können die Einigkeit nicht trüben, erst recht nicht in Zeiten der Krise. "Wir müssen zusammenrücken", stellte Leuenberger angesichts des bröckelnden Euros fest – und brachte sogar neue Grenzziehungen ins Gespräch. Die Zusammenarbeit mit dem nun 101 Jahre alten Elferrat lobte er ausdrücklich, gemeinsam sorgten sie für eine gute Fasnacht in Laufenburg. Allerdings: "Was machen da schon die 600 Jahre Unterschied" – diese Klarstellung musste denn doch sein. Solche Zwiegespräche der beiden neuen Zunftmeister bei ihrem ersten gemeinsamen Bericht machten in diesem Jahr wieder den Reiz des Hauptbotts aus.
Auch Zunftschrieber Patrick Lüthy konnte daran anknüpfen, wenngleich ihm lediglich oblag, das Protokoll des letzten Hauptbotts vorzutragen. Beim "626. Hauptbott" (angesichts der Unwägbarkeiten der Geschichte eine eher verwegene Behauptung) hatte er sich der Hilfe einer jungen Närrin und eines noch jüngeren Gardemädchens versichert und angesichts dieser Mischung geriet der Vortrag denn auch zu einem Vergleich der schwäbisch-alemannischen Fasnacht und des Karnevals – wobei für die beiden Mädchen der Sieger schnell feststand. "Doch die besten Narren mit viel Humor, die stechen mit den besseren Witzen hervor", ihr Urteil mit Blick auf "die beste Fasnacht von allen". Erraten, die in Laufenburg natürlich!
Wesentlich ernster ging es bei der Verpflichtung der neuen Zunftbrüder vor – das Zeremoniell ist ja schließlich Teil des Brauchtums. Wie seit Jahrhunderten leisteten heuer Tobias Maier aus der minderen und Markus Jehle aus der mehreren Stadt vor brennender Kerze und Totenkopf den Eid auf die ehrwürdige alte Zunft.
Wesentlich entspannter ging es dann wieder bei den Ehrungen zu: Für 15-jährige Mitgliedschaft wurden Jürgen Duttlinger (in Abwesenheit) und René Leuenberger geehrt, eine Urkunde für 25-jährige Mitgliedschaft konnte Andy Maier in Empfang nehmen. Jürgen Maier wurde zum Ehrenzunftbruder ernannt, Thomas Wasmer zum Ehrenzunftrat. Hubert Mutter wurde für seine 20 Jahre währende Tätigkeit als Brauchtumsbeauftragter der Zunft der mehreren Stadt geehrt.
Zwei große Kaliber betraten dann am Ende die Bühne: Felix Klingele, bis zum vergangenen Jahr Zunftmeister auf der Schweizer Seite wurde ebenso zum Ehrenzunftmeister ernannt wie Charly Oberle, der bis April 2011 acht Jahre lang die Geschicke auf der deutsche Seite geleitet hatte.
Beendet wurde das Hauptbott auch in diesem Jahr mit dem Laufenburger Lied – zuvor mussten die Zunfträte allerdings noch kräftig schwitzen. Als "Zunftratsband" ("so etwas ähnliches wie die Band eines Kreuzfahrers zweiter Klasse") hatten sie mit Leadsänger René Leuenberger die Gäste zu unterhalten.
Autor: Stefan Sahli


