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15. November 2017

Ein Spielschiff als Attraktion

Außenanlagen beim neuen Laufenburger Kindergarten kosten rund 400 000 Euro / Der Gemeinderat heißt das Konzept von BHM gut.

  1. Ein Spielschiff der Firma SIK-Holz wird der „Star“ der Außenfläche des neuen Kindergartens sein. Foto: SIK-Holz

LAUFENBURG. Ein Spielschiff vom Typ "Marco Polo" mit vielfältigen Spielmöglichkeiten soll in den Außenanlagen des neuen Kindergartens auf dem Rappenstein das zentrale Element sein. Der Laufenburger Gemeinderat hat das Gestaltungskonzept des Büros BHM aus Bruchsal am Montagabend mit großer Mehrheit gutgeheißen. Die Kosten werden sich samt Nebenkosten auf rund 400 000 Euro brutto belaufen.

Landschaftsarchitekt Christian Wild von BHM stellte eine Planung vor, die der Entwicklung Rechnung trägt, dass die Jungen und Mädchen tagsüber immer länger im Kindergarten verweilen und vermehrt auch im Freien aktiv sind. Es gehe um Bewegung und Motorik, um soziale Kompetenz, um Kommunikation und Rollenspiele, um Sinneserfahrung und auch um Rückzug und Ruhe. Bei mehr als hundert Kindern, die in dem neuen Haus sein werden, sei "einiges an Spielgeräten" gefordert. In Abstimmung mit der Arbeitsgruppe vor Ort sei ein "stimmiges" Konzept entwickelt worden, das die vergleichsweise große Freifläche um das zweigeschossige Gebäude (mit Eingang künftig von Norden) gut nutzt.

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Die Gestaltungselemente
Flaggschiff und Treffpunkt der Anlage wird das Spielschiff von der Firma SIK-Holz südwestlich des zweigeschossigen Gebäudes sein. Nördlich davon gibt es eine Fläche mit der Überschrift "Essen, Klettern, Balancieren". Auf der Südseite wird eine offene Spielwiese platziert. Und nach Osten hin gibt es eine Hangrutsche und einen "Sandelbereich". Als Material wird primär Robinienholz verwendet. Eine Stützmauer wird als Spielwand mit Klettergriffen in die Anlage integriert. Die Spielgeräte selbst kosten 65 000 Euro. Wie Bürgermeister Ulrich Krieger sagte, wurden einzelne Elemente wie etwa ein Tipi aus Kostengründen zurückgestellt.
Viel Lob, wenig Kritik
Im Plenum überwog das Lob für die Planung. "Ich möchte mich herzlich bei der Arbeitsgruppe bedanken, die zusammen mit dem Landschaftsarchitekten ein schlüssiges Konzept entwickelt hat", erklärte Frank Dittmar (CDU) am Ende der Diskussion. Es werde Laufenburgs Ruf als kinderfreundliche Stadt gerecht. Sascha Komposch (Freie Wähler) lobte, dass es "viel Holz und Natur" gebe und "kein unnötiger Schnickschnack mit eingebaut" worden sei. Ähnlich äußerten sich Claudia Huber (CDU), Heidi Bagarella (SPD) und der Grüne Malte Thomas ("Es ist bescheiden, aber gut").

Mit Nein stimmten die Freien Wähler Paul Eichmann und Bernhard Gerteis. Eichmann fand zwar großen Gefallen an der Planung, warnte aber vor den Kosten einer Sanierung "in fünf, sechs, sieben Jahren". "Was wäre die Alternative?", fragte darauf Thomas, ohne eine Antwort zu bekommen. Gerteis kritisierte in großer Lautstärke, dass Verwaltung und Planer nicht klar aufzeigten, wie viele Bäume gefällt werden, nach seiner Rechnung nämlich drei. Rathauschef Krieger sagte zu, sich dies noch mal anzuschauen: "Was möglich ist, bleibt bestehen."

SPD-Mandatsträger Robert Terbeck enthielt sich einmal mehr der Stimme, da er grundsätzlich mit dem Entscheidungsweg zum Neubau am Standort des alten Kindergartens nicht einverstanden war. Terbecks Behauptung, dass der Kindergarten "weit über vier Millionen" koste und damit für die Größenordnung einer Stadt wie Laufenburg "in Deutschland eine Spitzenstellung" einnehme, wies Krieger als "irreführend" zurück. Mit derzeit 3,96 Millionen Euro sei das Projekt im Kostenrahmen. Und durchaus üblich sei ein Betrag von zehn Prozent davon für die Gestaltung der Außenanlagen.

Der Zeitplan
Nach den Worten von Krieger soll die Werkplanung für die Außenanlagen des Kindergartens (zugleich Bauabschnitt II der Freianlagen auf dem Rappenstein) so zeitnah erstellt werden, dass die Arbeiten zum Jahreswechsel ausgeschrieben und im März vergeben werden können. Wenn der neue Kindergarten Ende 2018 seinen Betrieb aufnimmt, würden damit dann auch die Außenanlagen fertig sein.

Autor: Winfried Dietsche