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10. Januar 2012

Origineller und unkonventioneller Konzertabend mit "Wälzerchen"

Basler Künstlerin Claudia Sutter offeriert musikalische und literarische Hommage an den Schweizer Komponisten Robert Suter im Rehmann-Museum.

  1. Mit einer Hommage an den Komponisten Robert Suter gastierte die Basler Künstlerin Claudia Sutter im Rehmann-Museum. Foto: Hrvoje Miloslavic

LAUFENBURG (SCHWEIZ). Zum Auftakt seiner Veranstaltungsreihe im neuen Jahr wartete das Rehmann-Museum im schweizerischen Laufenburg mit einem sehr unkonventionellen, doch nicht minder originellen und unterhaltsamen Konzertabend auf. "Um es kurz zu sagen" – so der Titel einer musikalischen und literarischen Hommage an den Schweizer Komponisten Robert Suter (1919-2008), mit der die in Basel lebende Sängerin, Pianistin, Komponistin, Lyrikerin und Sprecherin Claudia Sutter am Sonntag in Laufenburg gastierte.

Robert Suter – ein "feinsinniger, bescheidener Mensch" soll er gewesen sein, betonte Museumsleiterin Cornelia Ackermann in ihren Begrüßungsworten. Ansonsten sei über ihn wenig bekannt, so Ackermann, die zu Beginn des Abends ankündigte, dass sich dies in den folgenden anderthalb Stunden ändern könnte. Sie sollte Recht behalten. In brillanter Weise ist es Claudia Sutter gelungen, Kompositionen des in St. Gallen geborenen Musikers, wie etwa die "Suiten für Klavier", Chansons oder Sarabands, mit vom Komponisten geschätzten literarischen Werken zu einer kurzweiligen biografischen Momentaufnahme zu verweben. Es war wohl der teils bissige und ironische, in "Stecknadeltechnik" vorgetragene Humor in den Texten Herbert Rosendorfers und Hans Erich Nossacks, der es Suter angetan zu haben schien. Doch die im Wechsel vorgetragenen Klavierfassungen von Arien aus Mozarts Oper "Cosi fan tutte" wie "Soave sia il vento" oder "Una donna a quindici anni" zeigten einen Suter, der auch der klassischen Oper aufs Engste verbunden war. Fast wäre der unbedarfte Zuhörer versucht gewesen, in der vermeintlichen Atonalität des 3. Satzes seiner 1966/1967 entstandenen Sonate eine Entsprechung jenes grotesk anmutenden Humors zu wittern, wie er Frank Wedekind beim von Suter vertonten "Tantenmörder" aus der Feder geflossen war. Auf Anfrage belehrte die Künstlerin jedoch eines Besseren: In dem Stück komme vielmehr die Verbundenheit Suters mit dem Freejazz zum Ausdruck, so Sutter nach dem mit großem Applaus bedachten Konzert.

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Bewusst gesetzte Pausen sollen Leere symbolisieren

Auch die zwei eigenen kleinen Kompositionen mit von Ingeborg Bachmann bereicherten Texten, die sie zum Konzertabend beigesteuert hatte, seien durchaus der Klassik verpflichtet, "empört" sich die charmant-charismatische Künstlerin auf den sanft vorgetragenen Einwurf der "schweren Verträglichkeit" schmunzelnd. Die "abgehackten Fetzchen" symbolisierten jenen Schmerz, der – durch Quart- und Sekundvorhalte verstärkt – in bewusst gesetzten Pausen laufe, die Leere und Unendlichkeit symbolisierten, so Sutter.

Dass Robert Suter seinen Humor offensichtlich niemals verloren hatte, beweist das "Wälzerchen", das der unverständlicherweise in der Region wenig bekannte Komponist als Liebeserklärung an seine inzwischen dritte Frau komponiert hatte – eine kleine, unbekannte musikalische Perle, die auch so manchen renommierten Pianisten reizen könnte. Eine Partitur sei aber nicht erhältlich, kommentierte die Künstlerin auf Nachfrage.

Die unbedingt empfehlenswerte Tätigkeit Claudia Sutters soll in einem neuen Projekt Fortsetzung finden, das der Verknüpfung von Werken der österreichischen Dichterin Christina Lavant und Franz Schuberts verpflichtet sein wird.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe im Rehmann-Musuem gibt es im Internet unter: http://www.lesalonbleu.ch

Autor: Hrvoje Miloslavic