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11. April 2009

Vom Schlössle bis zur Oeschger-Mühle

Das 82. Jahrgangsheft der Fricktalisch-Badischen Vereinigung bietet wieder gehaltvolle Beiträge.

LAUFENBURG (chf). Einer guten alten Tradition folgend ist soeben das 82. Jahrgangsheft der Fricktal-Badischen Vereinigung für Heimatkunde erschienen. Auf gut 70 Seiten wird eine bunte Palette von Beiträgen zur grenzüberschreitenden Heimatkunde und Geschichte zwischen Fricktal und Hotzenwald präsentiert. "Laufenburg wird im neuen Heft ein recht großer Teil eingeräumt", berichtete Werner Fasolin, der Redakteur des Hefts, bei der Präsentation der 82. Ausgabe am Donnerstagabend im Hotel Rebstock in Laufenburg. Zwar sei das Heft im Vergleich zu vorangegangenen Ausgaben wegen der aufwendigen und teuren Produktion des erst kürzlich erschienenen Sagenbuches "Tannhupper und Leelifotzel" etwas dünner ausgefallen, so Fasolin. aber der Inhalt der neuen Jahresschrift ist dennoch überaus gehaltvoll und stellt wieder einige bemerkenswerte heimatkundliche Entdeckungen in den Vordergrund. Gleich zwei Beiträge beschäftigen sich direkt mit Laufenburg, nämlich mit den barocken Toren von Mary Codmans Schlössle und mit einem so genannten Hausbuch von 1769 zur Oeschger-Mühle.

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In akribischer Arbeit hat der Laufenburger Franz Schwendemann die Geschichte der schmiedeeisernen Tore am Schlössle zusammengetragen. Diesem Thema ist auch das Titelbild des Heft gewidmet, das eine alte Postkarte mit dem Gitter zeigt. Werner Fasolin aus Gipf-Oberfrick nahm sich derweil eines unscheinbaren Notizbüchleins aus dem 18. Jahrhundert an, das aus der Laufenburger Oeschger-Mühle stammt. Die Aufzeichnungen des Hausbuchs, die allesamt im Wortlaut im Jahresheft wiedergegeben sind, gewähren einen interessanten Einblick in den Alltag des Müllergewerbes vor mehr als 200 Jahren.

In einer Nachlese zu dem 2006 von Peter Strittmatter erschienenen Beitrag über Hotzenwälder Kästen hat der Laufenburger Autor weitere Schränke beschrieben, die ihm aufgrund der Veröffentlichung 2006 von deren Besitzern gemeldet wurden. Die Murger Autorin Adelheid Enderle-Jehle nahm sich einer aus dem 18. Jahrhundert stammenden Zunftordnung der Säckinger Berufsleute an. Auf den Spuren der Neandertaler wanderte Werner Brogli, Möhlin. Sechs Faustkeile aus der Neandertalerzeit im Gebiet der Schweiz sind der Wissenschaft bisher bekannt. Drei davon wurden vom Autor im unteren Fricktal gefunden und beschrieben. Von der Autorin Andrea Schaer von der Aargauischen Kantonsarchäologie stammt ein Beitrag über frühe Besiedlungsspuren im Fricktal.

Mitglieder erhalten das Heft zugesandt, Nichtmitglieder können das neue Heft und auch ältere Ausgaben über die Vereinigung beziehen.

Die Vereinigung: Die Fricktal-Badische Vereinigung für Heimatkunde hat 850 Mitglieder. Seit 1925 erfüllt sie grenzüberschreitende kulturelle Aufgaben in Bereichen wie Förderung der geschichtlichen und landeskundlichen Forschung. Jahresschriften und das Sagenbuch "Tannhupper und Leelifotzel" können via Homepage bestellt werden.

Infos und Bestellungen im Internet unter: http://www.fbvh.org

Autor: chf