Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

31. Januar 2010 15:44 Uhr

Feldberg

Lawinen im Schwarzwald: Vorsicht am Nordhang

Hannibal war (mittelbar) das bekannteste Lawinenopfer. Auf seiner Alpenüberquerung anno 218 v. Chr. verlor der Karthager angeblich 20.000 Soldaten – die Hälfte seines für andere Zwecke aufgestellten Heeres – und eine unbekannte Anzahl von Elefanten durch Lawinen.

  1. Wenn es richtig donnert: Lawinenabgang im französischen Val d’Isère Foto: éric bargis - Fotolia

  2. Foto: dpa

  3. Suchaktion am Feldberg nach der Lawine 2009 Foto: Martin ganz

  4. Foto: Martin ganz

  5. Foto: dpa

Ganz so drastisch geht der Schwarzwald mit seinen Winterbesuchern nicht um, wenn sie zur falschen Zeit am falschen steilen Ort sind. (25 bis 45 Grad Hangneigung gelten als besonders gefährdet.) Aber auch im Schwarzwald sind Lawinen seit Menschengedenken in fast jedem schneereichen Winter ein Thema. Allein am Feldberg gehen nach Angaben der Bergwacht jedes Jahr Lawinen ab.

Problematisch daran ist, dass die Lawinengefahr in Mittelgebirgen unterschätzt wird. Gefährdet sind besonders steile Nordhänge, die der Sonneneinstrahlung am wenigsten ausgesetzt sind. Dadurch geht die Entspannung und Verfestigung der Schneedecke langsamer vonstatten, Gefahrenstellen werden länger konserviert. Dieses Profil erfüllen im Südwesten vor allem die Nordhänge von Feldberg, Hornisgrinde, Herzogenhorn und Schauinsland. Diese Gipfel gelten – vor allem unter Tourengehern – als Risikogebiete.

DREI GROSSE FELDBERG-LAWINEN ALLEIN SEIT 2002

Der Feldberg hatte allein seit der Jahrtausendwende drei signifikante Lawinen zu verzeichnen, bevor nun am Samstag zwei Tourengeher oberhalb der Baldenweger Hütte in einem abgehenden Schneebrett schwere Verletzungen erlitten.

Werbung


Im Februar 2009 löste ein Skifahrer außerhalb der Piste eine Lawine aus. Verletzt wurde dabei niemand.

Im Januar 2005 wurden am Feldberg drei Menschen von einer Lawine erfasst worden. Sie konnten sich selbst befreien.

Am 24. Februar 2002 wurden fünf Tourengeher am Feldberg verschüttet. Vier konnten sich aus eigenen Kräften befreien, ein 22-Jähriger wurde von Helfern nach 80 Minuten lebend geborgen. Unterhalb der Wetterwarte hatte sich eine rund 200 Meter lange und 50 Meter breite Lawine gelöst. Der junge Mann konnte von den Rettern damals unterkühlt aber ansonsten weitestgehend unversehrt geborgen werden.

Die letzte tödliche Lawinenkatastrophe in der Region gab es im Januar 2000 in den Vogesen. Damals starben zwei Belgier, die am Hohneck von einer Lawine erfasst worden waren.

Autor: Toni Klein, dpa