Leb’ wohl, hKDM: Die private Hochschule fusioniert mit der Hochschule Macromedia und verliert ihren Namen

Felix Klingel

Von Felix Klingel

Mi, 12. September 2018 um 16:55 Uhr

Stadtgespräch (fudder)

Zum 1. Oktober verschmelzen die privaten Hochschulen hKDM und Macromedia. Als Name bleibt Hochschule Macromedia, die Marke hKDM verschwindet. Alle dort eingeschriebenen Studierenden sollen ihr Studium an der Hochschule Macromedia fortsetzen können.

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. Denn es ist nicht ganz einfach, die Verbindungen der zwei privaten Hochschulen zu durchschauen. Bisher waren die Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik (hKDM) und die Macromedia zwei eigenständige Hochschulen, die aber eng zusammengearbeitet haben. So hat die hKDM einige Studiengänge der deutschlandweit tätigen Macromedia am hKDM-Campus in der Haslacher Straße angeboten – etwa Eventmanagement oder Sportmanagement. Ein eigenes Gebäude oder eine Verwaltung hatte die Macromedia in Freiburg also bisher nicht – die zentrale Verwaltung hat ihren Sitz in München.



Verbunden sind die beiden Hochschulen durch die internationale Bildungsgruppe Galileo Global Education. Diese hat die Hochschule Macromedia in Deutschland gegründet und übernahm 2015 außerdem 90 Prozent der Anteile der hKDM. Zum 1. Oktober soll dieses etwas verworrene Konstrukt ein Ende haben: Die beiden Hochschulen fusionieren und die hKDM geht in der Hochschule Macromedia auf.

Vor einem Jahr gab es Beschwerden über die hKDM

Michael Wirbel, neuer Campus Director der Freiburger Hochschule, sieht in der Fusion Chancen: "Wir können uns an die zentrale Verwaltung der Macromedia andocken und so effizienter und wirtschaftlicher arbeiten". Vor einem Jahr beschwerten sich Studierende der hKDM noch über die Studienbedingungen an der Hochschule. Sie klagten vor allem über eine überforderte Verwaltung und Raumprobleme. Auch der Akkreditierungsbericht des Wissenschaftsrats kreidete der Hochschule einige Versäumnisse an.

"Ich sehe es als meine Aufgabe, die Abläufe in der Verwaltung zu professionalisieren und damit auch die Zufriedenheit der Studierenden zu verbessern", sagt Michael Wirbel, angesprochen auf diese Probleme. Auch hierbei sieht er die Fusion als Vorteil: "Ich kann auf erprobte Prozesse zurückgreifen und habe so mehr Zeit, mich um die Belange der Studierenden zu kümmern."

Statt eines Rektors gibt es nun den Campus Director

Bisher war an der hKDM dafür der Rektor zuständig – diesen Posten gibt es in der neuen Hochschule Macromedia nicht mehr. Stattdessen kümmert sich Michael Wirbel als Campus Director um alle wirtschaftlichen Angelegenheiten der Hochschule. Der 44-Jährige ist in Freiburg geboren, studierte Informations- und Kommunikationstechnik und arbeitete lange Zeit in Stuttgart als Team- und Bereichsleiter im IT-Projektmanagement. Zurück im Breisgau hat er nun die IT gegen die Bildung ausgetauscht. Mit der inhaltlichen Gestaltung der Studiengänge hat er jedoch nichts zu tun: Dafür sind nun die Fakultäten selbst verantwortlich.

Und dann wäre da noch der Name: Aus der regional bekannten hKDM wird die deutschlandweit agierende Hochschule Macromedia. Ein Versuch, vom etwas angekratzten Image der hKDM loszukommen, sei diese Namens-Rochade aber nicht, so Wirbel: "Wenn wir nicht wirklich besser werden, dann trägt sich das ganz schnell wieder nach außen", sagt der 44-Jährige. "Es geht jetzt darum, hier am Campus die Signale gehört zu haben, und professionell daran zu arbeiten, die Zufriedenheit der Studierenden zu verbessern"

Die Hochschule will nun schneller wachsen

An der bestehenden Verwaltung in Freiburg soll sich erst einmal nichts ändern, das heißt auch: Es werden keine Stellen abgebaut. "Wir sind sowieso schon dünn aufgestellt", so Wirbel. Viel mehr will die Hochschule schneller wachsen als bisher, und dann auch die Verwaltung ausbauen. Als die hKDM 2011 den Betrieb startete, rechnete sie mit einem schnelleren Wachstum. Bis dato blieb die Hochschule aber hinter ihren zu Beginn erwarteten Studierendenzahlen.

Rund 330 Studierende sind es im kommenden Wintersemester an der Macromedia in Freiburg. Denn alle hKDM-Studierende setzen ihr Studium automatisch als Macromedia-Studierende fort. Die Rahmenbedingungen fürs Studium sollen unverändert bleiben. Ebenso bleibt die Zusammenarbeit mit den Jazz & Rock Schulen im Fachbereich Musik erhalten. An den restlichen Studiengängen soll sich erst einmal auch nichts ändern: Studierende können weiterhin Bildende Kunst, Design oder Culinary Arts und Food-Management studieren.

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