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26. März 2016 00:00 Uhr

Leichtathletik

Beim 13. Freiburg-Marathon laufen viele Flüchtlinge mit

Beim 13. Freiburg-Marathon in einer Woche werden zahlreiche Flüchtlinge mitlaufen oder in der Organisation mitwirken. Insgesamt gehen wohl weniger Läufer als 2015 an den Start.

  1. Terricafò, eine Band von Flüchtlingen aus Westafrika, wird beim Freiburg-Marathon für die Läufer und Zuschauer spielen. Foto: Veranstalter

Wenn am übernächsten Sonntag, 3. April, beim 13. Freiburg-Marathon zirka 10 000 Sportler durch die Straßen der Breisgaumetropole laufen und 42 Bands an der Strecke für Stimmung sorgen, geht es auch um das Thema Integration. Unter der dem Motto "Laufend integrieren" sind gleich mehrere Aktionen geplant. Laufen gilt als eine der Sportarten, an denen sich Flüchtlinge ohne großen finanziellen Aufwand ausprobieren können.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Freiburg und das Organisationsteam des Marathons wollen mit der Aktion "Laufend integrieren", zu der auch eine gemeinsame Staffel mit Vertretern der Organisatoren, der Stadt Freiburg, dem DRK und der AOK gehört, ein Zeichen setzen. "Wir wollen Leute in Kontakt bringen, die ganz neu bei uns in der Stadt sind mit Leuten, die schon sehr lange hier sind", sagt Ursula Schneider vom DRK Freiburg. Wie mehreren Initiativen versucht "Laufend integrieren", durch Sport und Zusammenarbeit die Integration zu fördern. So finden regelmäßig Lauftreffs an zwei Standorten in Freiburg statt. Dort können Flüchtlinge und unbegleitete Jugendliche an einem Lauftraining mit Freiburgern teilnehmen – und zwar kostenlos. Zudem können sie sich auf den Freiburg-Marathon vorbereiten – wenn sie wollen. Für Flüchtlinge ist die Teilnahme am Marathon ebenfalls kostenlos.

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Flüchtlinge, die nicht mitlaufen wollen, aber dennoch beim Marathon aktiv dabei sein möchten, können sich in der Organisation des Marathons engagieren. Dabei spielen die Helfervereine eine große Rolle, die in der Zeit des Marathons mit den Geflüchteten zusammenarbeiten. Das geschieht an den Verpflegungsstellen entlang der Strecke direkt am Marathon-Tag, aber auch im Vorlauf der Veranstaltung – bei der Konfektionierung der vielen tausend Starter-Tüten für die Teilnehmer der größten Laufveranstaltung in Südbaden.

Weniger Läufer aufgrund des Weißen Sonntags erwartet

Etwa 10 000 Läuferinnen und Läufer werden am Weißen Sonntag in Freiburg an den Start gehen. Entweder über die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern, beim Halbmarathon, der Vierer-Marathonstaffel oder dem Schülerwettbewerb (S’cool run). Der Veranstalter, die Runabout GmbH, erwartet laut Medien-Mitarbeiter Anton Martic wegen der Osterferien, dem anstehenden Abitur in Baden-Württemberg, aber auch wegen des Weißen Sonntags geringere Starterzahlen als 2015 (damals 11 317 Starter). Vor allem beim S’cool run gebe es einen Rückgang zu verzeichnen.

In diesem Jahr wird auch eine der 42 Bands, die charakteristisch geworden sind für den Freiburg-Marathon, von Flüchtlingen gestellt. Terricafò nennt sie sich. Die Gruppe besteht aus geflüchteten Männern aus den drei westafrikanischen Ländern Gambia, Ghana und Togo. Sie wird beim Freiburg-Marathon für die vielen tausend Läufer und Zuschauer am Bertoldsbrunnen trommeln, tanzen und singen. Die Band zog bereits bei zahlreichen Auftritten Zuschauer und Zuhörer in ihren Bann.

Auch bei anderen Laufevents gehen die Flüchtlinge an den Start

Die im vergangenen Jahr auf zwei Millionen gestiegene Zahl von Flüchtlingen und Asylsuchenden, die nach Deutschland kamen, wirkt sich selbstredend nicht nur auf den Freiburg-Marathon aus, sondern auch auf andere Laufveranstaltungen. Seit vergangenem Herbst nimmt im Breisgau jedenfalls die Zahl der Läufer zu, die als Asylbewerber durch Vereine und Helferkreise wie zum Beispiel die Heitersheimer Gruppe "Integration durch Sport" unterstützt werden.

Den Vorsitzenden des Leichtathletikkreises Freiburg, Wolfgang Bronner, erfreut diese Entwicklung. Vor einer Woche, beim Sulzburger Frühlingslauf, sagte er: "Die Flüchtlinge bereichern unseren Sport. Ich bin überzeugt, Sport ist ein sehr guter Weg, ein Stück Integration zu erreichen." Was Gernot Weigl, der Hauptorganisator des Freiburg-Marathons, nicht anders sieht als Wolfgang Bronner. "Integration findet bei kaum etwas so gut statt wie beim Sport", sagt Weigl.

Weitere Informationen, Termine und Anmeldungen unter http://www.marathon-freiburg.com

Autor: Georg Gulde