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17. März 2010
Freiburg-Marathon: Die fehlende Stunde
Die mehr als 10 000 für den Freiburg-Marathon gemeldeten Läufer müssen wieder früh aufstehen.
FREIBURG. Wenn sich der Veranstalter des Freiburg-Marathon das Wetter aussuchen könnte, hätte es den erneuten Wintereinbruch vor anderthalb Wochen sicher nicht gegeben. Denn je besser das Wetter am Lauftag selbst und in den Monaten davor ist, desto mehr Läufer sind am Start. Doch der Winter war lang und hart wie schon 2009 und deswegen liegt die Zahl der Anmeldungen auf Vorjahresniveau. Mehr als 10 000 Läufer sind bislang gemeldet, davon 1600 für die volle Distanz, 6500 für die halbe und 2000 für den Staffellauf von Schülern und Lehrern.
"Wir haben schon beobachtet, dass das Teilnehmerinteresse mit den Temperaturen steigt", sagt Ursula Moses vom Freiburg-Marathon-Veranstalter Runabout. Mit 16 Grad und Sonnenschein gab es für ihn erst einmal optimale Bedingungen, und zwar bei der Premiere im März 2004. Vor einem Jahr, als der Lauf auch im März statt fand, hatte es am Tag vor dem Rennen sogar noch geschneit und 2008 war es mit einer Temperatur von fünf bis acht Grad und Regenschauern empfindlich kalt.Gemessen an der Zahl der Läufer im Ziel, wird der Freiburger Lauf voraussichtlich auch dieses Jahr wieder unter den Top-Fünfzehn der deutschen Marathonläufe rangieren. Die Vorjahressieger Annette Götz, Steffen Häntzschel (Marathon), Dieter Baumann (Halbmarathon) treten in diesem Jahr wieder an um ihre Erfolge zu wiederholen.
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Einen größeren Effekt auf die Leistungen der Läufer als das Wetter hat möglicherweise ein anderer Faktor, der dem Termin geschuldet ist. Bereits zum dritten Mal nämlich findet der Lauf in Freiburg an dem Sonntag statt, an dem die Uhren von der Normalzeit auf die Sommerzeit umgestellt werden und den Läufern damit eine Stunde Schlaf geraubt wird. Was einst schon der große Allgemeingelehrte Benjamin Franklin 1784 andachte, um Energie einsparen zu können, und was seit 1980 in Deutschland Menschen und Kühe durcheinander bringt, hat in der Tat auch Einfluss auf den Freiburg-Marathon.
Es ist nämlich so, dass der menschliche Organismus bis zu zwei Wochen braucht, um sich auf die Sommerzeit einzustellen. Dabei verschiebt sich der nächtliche An- und Abstieg der Melatoninkonzentration im Blut um eine Stunde. Melatonin ist ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus regelt. Laut dem Sportmediziner Stefan Schneider von der Deutschen Sporthochschule in Köln habe dies "keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Einfluss auf das sportliche Leistungsvermögen". Erstaunlicherweise wurden aber in den beiden Jahren, in denen der Freiburg-Marathon auf den letzten Sonntag im März, und damit auf die Zeitumstellung, fiel (2004 und 2009) sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern jeweils die schlechtesten Siegerzeiten erzielt. Da die Unterschiede in den Zeiten minimal sind und das Teilnehmerfeld jedes Jahr wechselt sollte diese Tatsache aber nicht als Ausrede für die Läufer herhalten, die über den von ihnen angepeilten Zeiten bleiben.
Die fehlende Stunde spielt aber zumindest bei denjenigen Läufern eine Rolle, die, vielleicht vor Nervosität, vergessen ihren Wecker umzustellen. "Obwohl wir auf der Website, in den Starterinfos, auf der Meldebestätigung und in Newslettern alle Teilnehmer auf die Zeitumstellung aufmerksam machen, kommt es doch vereinzelt vor, dass jemand die Zeitumstellung vergisst", so Moses. Und der dann – in seltenen Fällen – den Start ganz verpasst oder später zum Start kommt als geplant. "Das ist aber nicht die große Masse und Dank der relativ späten Startzeiten (11.20 Uhr beim Marathon, 14 Uhr beim Halbmarathon, d. Red.) meist kein Problem." Spätestens bei der Startnummernvergabe sollte auch der größte Träumer die Zeitumstellung mitbekommen. Denn dort sind eigens 20 große Schilder aufgestellt, die noch einmal darauf hinweisen.
Autor: Lukas Arnegger


