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21. September 2009

Gebrselassie: "Es war kein Weltrekord-Wetter"

Diesmal keine Bestleistungen beim Berlin-Marathon

  1. Sieger ohne neue Rekordzeit: Haile Gebrselassie in Berlin Foto: dpa

BERLIN (dpa/gg). Haile Gebrselassie hat den 36. Berlin-Marathon gewonnen, einen weiteren Weltrekord aber klar verpasst. Der 36-jährige Äthiopier siegte am Sonntag in 2:06:08 Stunden, nachdem er im Vorjahr in 2:03:59 Stunden seinen zweiten Weltrekord in der Hauptstadt aufgestellt hatte. Mit dem vierten Triumph hintereinander ist Gebrselassie nun immerhin alleiniger Rekordsieger in Berlin.

Für den Berlin-Marathon hatte sich in diesem Jahr die Rekordzahl von 40 923 Startern angemeldet, etwa 35 000 Läuferinnen und Läufer nahmen die 42,195 Kilometer lange Strecke tatsächlich unter ihre Füße. Den Startschuss gab übrigens Fußball-Bundestrainer Joachim Löw (Freiburg).

Den zweiten Platz belegte in der Bundeshauptstadt Francis Kiprop (Kenia) in 2:07:04 Stunden, Dritter wurde der Äthiopier Negari Terfa (2:07:41). Bester Deutscher war der Erfurter Christian Seiler auf Rang 17 in 2:18:11 Stunden. Durch Atsede Besuye gab es auch im Frauen-Rennen einen äthiopischen Sieg. Besuye feierte in 2:24:47 Stunden ihren bisher größten Erfolg.

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Noch sieben Kilometer vor dem Ziel lag Gebrselassie fast 40 Sekunden unter der Zwischenzeit aus dem vergangenen Jahr, am Ende musste er dem hohen Tempo Tribut zollen und lief seine bislang schwächste Zeit in Berlin. Auch die Weltjahresbestzeit von Duncan Kibet aus Kenia, der im April in Rotterdam 2:04:27 Stunden schaffte, verfehlte er deutlich. Kibet musste schon nach 20 Kilometern abreißen lassen und stieg später wegen Hüftproblemen aus.

Gebrselassie und Tempomacher Sammy Kosgei stellten für die ersten 30 Kilometer derweil einen Weltrekord auf. "Leider nicht nach 42 Kilometern. Ich war sehr müde. Vielleicht waren wir bis 30 Kilometer zu schnell. Auf den letzten fünf konnte ich keinen Druck mehr machen. Es war kein Marathon-Wetter", sagte Gebrselassie angesichts von Sonnenschein und zum Schluss 19 Grad. Insgesamt erhält der Laufstar, dem die Mühen zum Schluss deutlich anzusehen waren, 80 000 Euro an Prämien für seine Leistung, dazu kommt das Antrittsgeld.

Atsede Besuye erreichte trotz eines blutigen Zehs als Erste das Ziel. Die Russin Silwia Skworzowa wurde nach starker Schlussphase in 2:26:24 noch Zweite vor Mamitu Daska aus Äthiopien, die 2:26:38 lief. Melanie Schulz aus Erfurt wurde Elfte in 2:44:56 Stunden. Die favorisierte Vorjahres-Zweite Askale Tafa Magarsa, die in diesem Jahr wegen einer Fußverletzung vier Monate pausieren musste, gab frühzeitig auf. Die letztjährige Siegerin Irina Mikitenko aus Wattenscheid, die diesmal nicht dabei war, hält weiter die Weltjahresbestzeit. Beim Erfolg in London am 26. April hatte Mikitenko in 2:22:11 Stunden gewonnen.

Gay und Jeter sprinten in Schanghai sehr schnell
Tyson Gay aus den USA ist beim Grand-Prix-Meeting in Schanghai die zweitbeste 100-Meter-Zeit der Leichtathletik-Geschichte gelaufen. Der Weltmeister von 1997 gewann das Rennen am Sonntag in 9,69 Sekunden vor dem Jamaikaner Asafa Powell (9,85). Gay hatte dabei die gerade noch erlaubte Windunterstützung von zwei Metern pro Sekunde. Der Weltrekord von Usain Bolt liegt bei 9,58 Sekunden. Vor einem Jahr war der Jamaikaner bei seinem Olympiasieg in Peking ebenfalls 9,69 Sekunden gelaufen. Gays Landsfrau Carmelita Jeter ist nun Nummer zwei der ewigen Weltbestenliste. Sie rannte die 100 Meter bei 1,2 Metern pro Sekunde Rückenwind in 10,64 Sekunden. Nur die bereits verstorbene Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (USA/10,49) war 1988 schneller als Jeter.

Autor: dpa