Gold und Silber für DLV-Speerwerfer

dpa

Von dpa

Fr, 10. August 2018

Leichtathletik

Röhler siegt vor Hofmann / Weltmeister Vetter bei EM Fünfter.

BERLIN/FREIBURG (dpa/gg). Speerwerfer Thomas Röhler hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin die Goldmedaille gewonnen. Weltmeister Johannes Vetter von der LG Offenburg kam im Wettkampf nicht zurecht und wurde lediglich Fünfter.

Mit 89,47 Metern setzte sich Olympiasieger Röhler am Donnerstagabend im Finale vor seinem Landsmann Andreas Hofmann durch. Der deutsche Meister aus Mannheim holte mit 87,60 Metern Silber, Bronze ging an den Esten Magnus Kirt mit 85,96 Metern. Johannes Vetter verpasste hingegen eine Medaille und wurde mit 83,27 Metern nur Fünfter. Die bis dato letzte EM-Plakette für die deutschen Speerwerfer hatte Matthias de Zordo vor acht Jahren mit Silber in Barcelona gewonnen.

Für Johannes Vetter, der in der Qualifikation am Mittwoch noch 87,39 Meter geschafft hatte, war diese Saison nicht optimal gelaufen. Denn wegen einer Oberschenkelverletzung hatte er bereits rund sechs Wochen lang keine Wettkämpfe bestritten. Erst zur deutschen Meisterschaft in Nürnberg (20. bis 22. Juli) war der Weltjahresbeste (92,70 Meter) zurückgekehrt und hatte den vom Deutschen Leichtathletik-Verband geforderten Leistungsnachweis mit Rang drei und einer Weite von 87,83 Metern eindrucksvoll erbracht.

Doch im EM-Finale am Donnerstagabend war Athlet von Bundestrainer Boris Obergföll mit sich nicht zufrieden. Den ersten Versuch zu hoch angestellt und dann ungültig gemacht; im zweiten Durchgang mit 82,59 Metern solide, aber rund fünf Meter unter der Quali-Weite; im dritten Durchgang 81,51 Meter, so dass der 25-Jährige als Fünfter in den Endkampf kam, den nur noch die besten Acht nach drei Durchgängen erreichen und die dann noch drei weitere Versuche haben. Aber besser wurden seine Aktionen nicht: vierter Wurf ungültig, fünfter Versuch immerhin 83,27. Trainer Obergföll meinte danach: "Wenn’s nicht läuft, dann läuft es nicht." Und ergänzte: "Es ist der Wurm drin, aber vielleicht geht im letzten Versuch noch etwas. 86 oder 87 Meter sollten eigentlich kein Problem sein." Doch auch im Schlussdurchgang blieb der 800 Gramm schwere Speer nach 80,01 Metern im Rasen stecken. Keine Medaille für Johannes Vetter! Der sagte nach dem Wettkampf im ZDF: "Das System ist bei mir durch die Verletzungen ein bisschen aus den Fugen geraten."

Über 100 Meter Hürden gewann Elvira Herman (Weißrussland/12,67 Sekunden) vor den Deutschen Pamela Dutkiewicz (12,72) und Cindy Roleder (12,77).

Vize-Weltmeisterin Carolin Schäfer startet mit Medaillenchancen in den zweiten Siebenkampf-Tag. Nach vier Disziplinen liegt die 26-Jährige von der LG Eintracht Frankfurt mit 3848 Punkten auf Rang drei. Ihr Rückstand auf die Führende Katarina Johnson-Thompson aus Großbritannien beträgt 169 Zähler. Zweite ist die Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien mit 3930 Punkten.

Enttäuschend verlief für Christoph Kessler aus Donaueschingen sein erster Auftritt bei einer EM. Der 23-Jährige führte zwar lange im zweiten von vier 800-Meter-Vorläufen, wurde am Ende aber nur Achter und Letzter in 1:48,13 Minuten. Damit qualifizierte er sich nicht fürs Halbfinale. Kessler sagte: "Das war mein schlechtestes Saisonrennen" – und entschuldigte sich im ZDF für seine Leistung.

Leichtathletik-EM heute, Finals: Hochsprung Frauen mit Marie-Laurence Jungfleisch aus Freiburg (19.22 Uhr); Dreisprung Frauen (20.07 Uhr); Speerwurf Frauen (20.25 Uhr); 400 Meter Hürden Frauen (20.50 Uhr); 400 Meter Männer (21.05 Uhr); 800 Meter Frauen (21.20 Uhr); 110 Meter Hürden Männer (21.35 Uhr); 1500 Meter Männer (21.50 Uhr). Qualifikation, u.a. 4x400 Meter der Frauen (ev. mit Sophia Sommer/TV Bahlingen/13.40 Uhr).