Kerzendörfer immer weiter

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Juni 2018

Leichtathletik (regional)

Bei der Landesmeisterschaft in Ulm holt der Lörracher Leichtathlet den U-18-Titel im Weitsprung und die nächste DM-Norm.

LEICHTATHLETIK (BZ/uwo). Für Nachwuchsleichtathlet Lukas Kerzendörfer scheint es derzeit kaum Grenzen zu geben. Auch bei der Landesmeisterschaft in Ulm präsentierte er sich in ausgezeichneter Verfassung: Titel, Bestleistung, DM-Norm. Auch an Feline Weger vom TV Bad Säckingen ging ein Titel.

Die Norm für die deutsche Meisterschaft (U 18) Ende Juli in Rostock hat Lukas Kerzendörfer im Weitsprung (6,80 Meter) bereits deutlich übertroffen. Anfang Mai sprang er in Lörrach 6,88 m weit, doch auch diese Wegmarke ist schon wieder überholt. Erstaunliche 6,99 m sprang Kerzendörfer in Ulm, was ihm in seinem letzten Versuch den Titel des Baden-Württembergischen Meisters U 18 bescherte. Der Anlauf passte, der Absprung klappte, sicher brachte Kerzendörfer seine Sprünge in den Sand. Mit vier weiteren Versuchen übertraf er die 6,60 m.

"Lukas springt im Moment sehr konstant und verbessert sich von Wettkampf zu Wettkampf. Schade, dass der eine Zentimeter nicht fallen wollte, aber im Hinblick auf die deutsche Meisterschaft brauchen wir ja noch Entwicklungspotenzial", betonte seine Lörracher Trainerin Regina Geissler. Mit Neim Nguemning (VFL Wablingen/6,90m) und Patrick Papaiiou (Kernen-Rommelshausen/6,74m) seien "die derzeit mit stärksten Weitspringer in Baden-Württemberg am Start" gewesen. Innerhalb von ein bis zwei Jahren hat sich Kerzendörfer damit um mehr als einen Meter gesteigert, und auch wenn es kein erklärtes Ziel ist: Von der Norm für die U-18-Europameisterschaft in diesem Jahr in Ungarn trennen ihn noch 21 Zentimeter. In der deutschen U 18 liegt er mit den 6,99 m aktuell auf Platz sieben.

Die für die DM geforderten 23,00 Sekunden über 200 m hat Kerzendörfer in Ulm ebenfalls erfüllt. Wenn auch knapp. Seine bisherige Bestleistung aus dem Mai 2017 lag bei 23,65 Sekunden, im Donaustadion lief er die halbe Runde erstmals unter 23 Sekunden (22,97s). Dass er damit als Sechster das Podest verpasste (über Zeitläufe), verdeutlicht die Leistungsdichte. "Er ist im Moment in einer insgesamt wirklich sehr guten Form", so Geissler. Über die 100 m gewann Kerzendörfer in 11,46 s seinen Vorlauf, sechs Hundertstel über seiner Bestzeit. Auf das Finale verzichtete er. Es sollte aber niemanden überraschen, läuft er alsbald auch die für die DM geforderten 11,30.

Die Norm für die nationalen Titelkämpfe der U 18 dürfte für Feline Weger vom TV Bad Säckingen im Diskuswurf (39,00 Meter) schwer erreichbar sein, utopisch ist sie nicht. Auf 37,03 m hat sie es in dieser Freiluft-Saison bereits gebracht – im April in Höllstein. Bei der Landesmeisterschaft in Ulm landete ihr Diskus im zweiten von vier gültigen Versuchen bei 36,63 Meter – Platz eins für die DM-Neunte von 2016 (U 16). Die Baden-württembergische Meisterin verpasste beim Speerwurf eine weitere Medaille. Mit guten 37,76 Meter, es war ihre zweitbeste Weite überhaupt, wurde sie Vierte.

Felix Gran konnte beim Diskuswurf mit 37,53 m sein Potenzial (41,19 m) nicht ausreizen, er erreichte aber den Endkampf und wurde Siebter. Dominique Indlekofer (beide TuS) lief in 27,18 s neue persönliche Bestzeit über 200 m und gewann ihren Zeitlauf, für eine vordere Platzierung reichte es aber wie über die 100 m (13,22) nicht (17.). Chiara Wetzel (TV Wehr) schaffte es hier in den Zwischenlauf, sie verpasste das Finale: 12,41 s waren aber persönliche Bestzeit.

Pech hatte Lilly Palmbach (TuS): Über 100 m Hürden stürzte sie gleich am zweiten Hindernis. "Sie war sehr nervös und wir hoffen alle für sie, dass die Verletzung nichts Ernsthaftes ist und sie weiter gut trainieren kann auf die baden-württembergische Mehrkampfmeisterschaft Mitte Juli", so TuS-Trainerin Geissler.

Weiteres Ergebnis: 7. Yannik Probst (LG Hohenfels/800 m Männer/1:59,84 min.).