Mit Wuschelball im Hexenkessel

Ottmar Heiler

Von Ottmar Heiler

Mi, 14. März 2018

Leichtathletik (regional)

250 Starter beim Kinderleichtathletik-Vergleich in Löffingen.

LEICHTAHTLETIK. Mit Begeisterung und großem Einsatz bewältigten die zwischen gerade einmal fünf und maximal elf Jahre alten Kinder die abwechslungsreichen Leichtathletik-Stationen, die sich ihnen und den zahlreichen Zuschauern in den Löffinger Sporthallen präsentierten. Zum ersten Wettkampf der Kinderleichtathletik des Jahres 2018 traten mehr als 250 Teilnehmer aus 28 Mannschaften der Leichtathletikreise Neustadt und Schwarzwald-Baar in den Einzeldisziplinen und der finalen Biathlonstaffel an.

Der TV Neustadt hatte gleich sieben Teams am Start, der TV Villingen fünf Mannschaften. Die Rekordbeteiligung forderte von den Helfern des gastgebenden TB Löffingen vollen Einsatz während des Wettkampfs sowie beim Auf- und Abbau der vielfältigen Stationen. In der Leichtathletikhalle mit dem spikesfesten blauen Kunststoffbelag wartete auf den Leichtathletik-Nachwuchs ein anspruchsvoller Sprint, bei dem auch kleine Hürden überlaufen werden mussten. Der Weitsprung über Schaumstoffquader mit Hilfe einer kleinen Rampe ermöglichte den Akteuren ein höheres und längeres Flugerlebnis. In der Dreifeldhalle galt es den Wuschelball ("Koosh-Ball) möglichst weit in jeweils drei Meter breite Zonen zu werfen. Beim Hochsprung galt es eine aufsteigende Kette mit numerierten Kunststoffkissen zu überflopppen, wobei die Körpergröße und damit die Reichhöhe aus Gleichheitsgründen verrechnet wurde. Die Angst vor der gefürchteten harten Latte und den hohen technischen Anforderungen an die Sprungtechnik beim klassischen Hochsprung konnten so bei den jungen Startern reduziert werden.

Als Abschluss konnte das aus mindestens fünf Nachwuchssportlern bestehende Team in zehn Läufen gegen jeweils drei andere Mannschaften einen abwechslungsreichen Parcours mit Sprüngen, Überlaufen oder Durchkriechen von Hindernissen und Würfen auf eine dem Biathlon entliehene Schießanlage bewältigen. Gerade dieser als Staffelwettbewerb ausgetragene letzte Vergleich fördert den bei der Kinderleichtathletik geforderten Mannschaftsgedanken.

Kinder U 12 des TV Neustadt fünfmal auf dem Treppchen

Die Teammitglieder, aber auch die vielen Zuschauer auf der Tribüne, feuerten lautstark die Staffelläufer an, die sich im vielzitierten "Hexenkessel" mit Schnelligkeit, Geschick und Treffsicherheit durchsetzen wollten. In der Klasse U 8 war der Nachwuchs des TV Villingen eine Klasse für sich. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich in vier Disziplinen an die Spitze und mussten sich nur im Sprint dem kombinierten Team aus Furtwangen, Donaueschingen und Löffingen geschlagen geben, das in der Gesamtwertung Platz zwei erkämpfte.

Bei der Mannschaftswertung der U 10 dominierte ebenfalls der TV Villingen. Der LV Donaueschingen folgte vor den Kinderleichtathleten des TV Neustadt, die mit der besten Staffelleistung überzeugten. In der U 12 brachte der TV Neustadt das Kunststück fertig, in allen Disziplinen die Führung zu übernehmen und damit mit der Idealpunktzahl fünf das höchste Treppchen besteigen zu dürfen. Rang zwei sicherte sich die LG Eisenbach-Bubenbach vor dem LG Baar-Team aus Brigachtal und Donaueschingen. Gespannt war man auf die Einzelwertung der vier Disziplinen, die nach den Vorgaben des Leichtathletikverbands nur für die Altersklasse der Zehn- und Elfjährigen vorgesehen ist. Mit dieser Liste kann man einen aussagekräftigen Überblick über die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Teilnehmer in dieser Sportart erhalten.

Der Neustädter Felix von Oppen zeigte die ausgeglichensten Leistungen und verwies mit nur einem Punkt Vorsprung Tim Rodinger vom FSV Schwenningen auf den zweiten Platz. Marlon Heizmann von der LG Eisenbach-Bubenbach belegte Rang drei vor Lukas Bach vom TV Neustadt, Jonathan Knöpfle von der LG Eisenbach-Bubenbach und Daniel Richter von der LTG Brigachtal. Marit König von der LG Eisenbach-Bubenbach war auf Rang sieben das beste Mädchen, gefolgt von Luise Mattisek vom TV Neustadt, Luis Laufer vom TB Löffingen, Franziska Urban von der LTG Brigachtal und den beiden Neustädtern Shane Wolf und Maria Ketterer. Nach anfänglicher Skepsis wurde Schritt für Schritt das neue Wettkampfsystem "Kinder-Leichtathletik" eingeführt. Vor allem in der Halle, wo bessere Geräteausstattungen als in den Stadien vorhanden sind, können attraktive Bewegungslandschaften zum Laufen, Springen und Werfen aufgebaut werden. Mit einer vom TB Löffingen entwickelten computerunterstützten Datenerfassung und Auswertung waren die Ergebnisse schnell abrufbar. So konnte eine Minute nach Ende der Wettkämpfe schon die erste Siegerehrung vorgenommen werden.

Mit den landesweit gewonnenen Erkenntnissen der vergangenen Jahre werden solche Teamwettbewerbe in noch etwas vereinfachter Form bei "Jugend trainiert für Olympia" für die Grundschule ausgetragen. Auch an den Grundschulen soll das neue Wettkampfsystem der Kinderleichtathletik in Zukunft bei den Bundesjugendspielen eingesetzt werden. Die Begeisterung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler und die Anfeuerung durch die Eltern, Betreuer und Trainer, rechtfertigten in Löffingen den hohen zeitlichen und materiellen Einsatz bei diesem einzigen Hallenwettkampf der Kinderleichtathletik im Schwarzwald.