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07. Oktober 2010
Über Waldwege auf den roten Teppich
Am Sonntag wird in und um Bräunlingen der 43. Schwarzwald-Marathon ausgetragen / Bisher 2100 Meldungen für beide Tage.
LEICHTATHLETIK. Ob nun ein Schwarzwälder, ein für den Ausrichterverein laufender Stuttgarter oder ein lachender Dritter – erstmals wird der Sieger des Bräunlinger Schwarzwald-Marathons am Sonntag über einen roten Teppich ins Ziel spurten. Und Cheforganisator Klaus Banka hofft, dass diesem rund weitere 700 Marathon- und 1700 Halbmarathonläufer folgen werden. Für beide Tage wünschen sich die Veranstalter 3000 Teilnehmer, doch sei diese Marke "schwer zu erreichen".
Den aktuellen Stand mit 450 Marathon-, rund 1100 Halbmarathonläufern und an beiden Tagen insgesamt etwa 2100 Teilnehmern aus 24 Nationen nannte er "hervorragend". Natürlich würden sich die "Macher" der LSG Schwarzwald-Marathon freuen, wenn der Sieger zum dritten Mal in Folge aus ihrem Verein käme. Steffen Häntzschel wird es nicht sein bei der 43. Auflage des Naturlauf-Klassikers, er muss wegen einer langwierigen Verletzung passen. Doch für den Esslinger könnte ein anderer Schwabe in die Bresche springen: Matthias Stegbauer aus Stuttgart, den Trainingskollege Häntzschel vor zwei Jahren zur LSG brachte. Banka schreibt seine Trainingspläne und bescheinigt dem 26-Jährigen eine "phantastische Entwicklung". Er traut ihm bei seinem ersten Rennen über die klassischen 42,195 Kilometer eine Zeit um 2:36 bis 2:38 Stunden zu. Den "Ultra-Marathon" über 44 Kilometer beim Kraichgau-Lauf in Sinsheim drei Wochen vor Bräunlingen gewann Stegbauer überlegen in 3:07 Stunden – laut Banka ein locker gelaufener Test. Beim Rennsteiglauf in Thüringen gewann Stegbauer in 5:45 Stunden als Gesamtzehnter des "Supermarathons" über 72,7 Kilometer die Hauptklasse der Männer.Werbung
Nach derzeitigem Stand der Meldungen erwartet Banka einen Dreikampf um den Sieg zwischen Stegbauer, Hans-Jörg Dörr und Josef Beha. Der Pfälzer Dörr gewann hier 2007 und war danach zweimal Zweiter hinter Häntzschel. Der Unterkirnacher Bergläufer Beha müsste seine schnellste Zeit aus dem Jahr 2006 (2:47) allerdings deutlich unterbieten können. Der Eisenbacher Rainer Sprich lief damals nach 2:41 Stunden als Vierter ins Ziel. Bei den Frauen trifft Vorjahressiegerin Simone Meiniger aus Pforzheim auf die Schweizerin Jacqueline Keller.
Die Wetteraussichten – Sonne und Temperaturen um 14 Grad – sind so gut, dass mit zahlreichen Nachmeldern zu rechnen ist. Noch bis Freitagmorgen ist die Anmeldung online möglich, Samstag und Sonntag dann persönlich vor Ort in der Bräunlinger Stadthalle. Für einen zügigen Ablauf sind mehr Schalter und PC als im Vorjahr eingerichtet.
Die über Feld- und Waldwege führenden Streckenabschnitte wurden "eingesandet und abgewalzt", um Schlaglöcher einzuebnen und die Spuren von Holzeinschlag und -abfuhr zu beseitigen. Um den Startern in der Frühphase des Rennens das Überholen zu erleichtern, laufen sie nun nach zwei Kilometern nicht mehr auf dem schmalen Radweg, sondern auf der Landesstraße bis Bruggen.
"Hervorragend angenommen" wurden laut Banka die angebotenen Trainingsläufe auf der Marathonstrecke im September. An drei Sonntagen hätten zwischen 50 und 102 Teilnehmer den Kurs erkundet. Als "Highlight" nach der Mühsal unterwegs rühmt Banka den 50 Meter langen roten Teppich "für einen tollen Zieleinlauf" – Ehre, wem Ehre gebührt.
Autor: Annemarie Zwick
