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03. Februar 2012
Am schönen Taufstein kehrt immer mehr Ruhe ein
Demografischer Wandel betrifft auch die Seelsorgeeinheit Östlicher Hochschwarzwald / Weniger Taufen und Hochzeiten.
LENZKIRCH-SCHLUCHSEE-FELDBERG. Flächenmäßig und mit 16 regelmäßigen Gottesdienstorten in fünf Pfarrgemeinden ist der "Östliche Hochschwarzwald" die viertgrößte Seelsorgeeinheit im gesamten Dekanat. 5239 Katholiken leben in den Pfarrgemeinden Lenzkirch, Schluchsee, Feldberg, Kappel und Saig. Zum Vergleich: Dies sind neuerlich 35 Personen weniger als vor Jahresfrist und immerhin über 220 Gläubige weniger als noch im Jahr 2008.
Wer vermutet, bei diesen Zahlen würden Kirchenaustritte eine große Rolle spielen, der irrt. Die Zahlen sind im Hochschwarzwald nicht auf Kirchenaustritte zurückzuführen, vielmehr sind sie eher insgesamt alarmierend. Denn hier spiegelt die Kirchenstatistik letztlich nur jene allgemeine demografische Entwicklung etlicher Hochschwarzwaldgemeinden wieder, die man so zusammenfassen kann: Tendenz anhaltend fallend.
Die Zahl der Kirchenaustritte hielt sich in der Seelsorgeeinheit "Östlicher Hochschwarzwald" dagegen sehr in Grenzen. Nur acht Austritte zählten die Pfarrbüros insgesamt, davon sechs in Lenzkirch. Damit scheint der Einbruch des Skandaljahrs 2010 überwunden, als sich immerhin noch 34 Personen aus dem Register streichen ließen.
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Lenzkirch ist zahlenmäßig die mit Abstand größte Kirchengemeinde: 1924 Katholiken zählt man unter dem Hochfirst, gegenüber 1954 im Jahr zuvor. Schluchsee registriert 1446, Feldberg 903, Saig 502 und Kappel 464 Katholiken.
Bestätigt wird durch das aktuelle Zahlenmaterial der Seelsorgeeinheit einerseits seit einigen Jahren bereits die allgemeine Demografie einer immer älter werdenden Gesellschaft. Andererseits bemerkt man auch Stagnation und Abwanderung.
Interpretiert man die von Pfarrer Johannes Buchmüller zur Verfügung gestellte Statistik, dann gerät die Alterspyramide immer mehr aus den Fugen. Und unter den fünf Pfarrgemeinden mit ihren Filialen scheint die Verschiebung hin zur Überalterung in Lenzkirch besonders groß zu sein. Denn in der Haslachgemeinde gibt es immer weniger Taufen und Erstkommunionkinder, dafür läutet das Totenglöcklein immer öfter. Auch die Zahl der (kirchlichen) Trauungen stagniert im Vergleich mit den Bevölkerungszahlen auf niedrigem Niveau.
Doch nicht nur in Lenzkirch geben die jährlich Zahlen aus den Pfarrbüros realen Anlass zum Nachdenken. Denn im Vergleich zu früheren Jahrzehnten verharren alle Zahlen auf niedrigstem Niveau. 33 Taufen (2010 noch 46) zählte man in der gesamten Seelsorgeeinheit. Erstkommunionkinder waren es 2011 gerade noch 40, im Jahr zuvor zählte man noch 50 Kinder. Zum Vergleich: 2008 waren es noch 59 Erstkommunikanten gewesen, binnen vier Jahren folglich ein Rückgang um rund ein Drittel. Zwölf Paare traten vor den Traualtar, neun davon in Lenzkirch und Schluchsee, für Feldberg, Saig und Kappel blieb da nicht mehr viel übrig. Vor vier Jahren gaben sich noch rund 20 junge Paare das kirchliche Ja-Wort.
Wie sehr der ideale Altersbaum kränkelt und, bildlich formuliert, seine Zweige verliert und somit die "große Demografie" allein schon von einer Seelsorgeeinheit im Hochschwarzwald bestätigt wird, zeigt der abschließende Blick auf die andere Seite der Statistik. Während die obengenannten "frohen Anlässe" wie Taufe, Kommunion oder Hochzeit zuletzt immer weiter abnahmen, steigt die Zahl der Beerdigungen kontinuierlich an. 59 Beerdigungen waren es in der gesamten Seelsorgeeinheit, gegenüber 46 im Jahr zuvor. Allein 25 Mal läutete die Totenglocke in Lenzkirch, 15 Mal in Schluchsee.
Dass die Zahlen aus den Pfarrbüros nicht losgelöst zu betrachten sind und durchaus auch die "weltliche Statistik" aus den Rathäusern widerspiegeln, mag die Bevölkerungsentwicklung der größten Gemeinde der Seelsorgeeinheit am besten belegen. Demnach gingen die Bevölkerungszahlen in der Gemeinde Lenzkirch in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich immer weiter zurück.
Das statistische Landesamt registriert dabei sowohl ein Geburtendefizit als auch Minus bei den Zuzügen. Zur Jahrtausendwende zählte man im Haslachstädtchen mit seinen Ortsteilen noch 5240 Einwohner. 5033 Personen waren zum 1. Januar 2011 gemeldet. Zwischenzeitlich ist die 5000-Marke sogar unterschritten.
Autor: Manfred-G. Haderer
