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10. Dezember 2008
Brauereigeschichte liegt in Asche
Mit der Löwenscheune verschwindet ein Stück vom alten Lenzkirch/Gang verband Bierkeller mit der Pfrengle-Brauerei im "Löwen"
LENZKIRCH. Bis auf das talseitig sehr hohe, gemauerte Kellergeschoss brannte in der Nacht zum Freitag die sogenannte Löwenscheune nieder. Zwischenzeitlich steht fest: Das nächtliche Großfeuer hatte technische Ursachen: Eine Schmorstelle in einer Elektroleitung hatte das Feuer ausgelöst, berichtet die Polizei. Brandstiftung scheide aus. Die anfänglich noch hoch aufragende, verkohlte Balkenkonstruktion wurde wegen der davon ausgehenden Gefahren gerade auch für Fußgänger bald nach dem Brand abgerissen.
Mit dem zwischen der Freiburgerstraße und der eine Stufe tiefer vorbeiführenden Straße "An der Haslach" gelegenen Gebäude wurde auch ein Stück des alten Lenzkirch in Schutt und Asche gelegt. Obwohl heute längst in anderem Besitz nannten alteingesessene Lenzkircher das charakteristische Anwesen immer noch "Löwenscheune" oder "Löwenkeller".Das hat mit der Geschichte des von unten ungewöhnlich hoch wirkenden Gebäudes zu tun. Tief in den Berg hineingebaut, ragt das Kellergeschoss allein schon gute acht Meter auf. Darauf aufgesetzt war dann die mächtige Scheune in Fachwerk- beziehungsweise traditioneller Holzbohlenbauweise.
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Früher gehörte dieses gewaltige Gebäude zum gegenüberliegenden Traditionsgasthaus "Löwen", das erst kürzlich wieder einmal seine Tore schloss. Heute ist nur noch den ältesten Lenzkirchern bekannt, dass dieser "Löwen" früher eine von ehemals drei Lenzkircher Brauereien beherbergte. Im 19. Jahrhundert war es nämlich die gleichnamige Privatbrauerei und Wirtschaft des Emil Pfrengle. Der 1852 in Kappel geborene Pfrengle hatte die Tochter des Hirschenwirts und Brauers Severin Spiegelhalder geheiratet. Die etwas ältere Witwe war in erster Ehe bereits mit einem Bierbrauer verheiratet gewesen. Die Kontinuität blieb also gewahrt, als die Familie hier die kleine dörfliche Brauerei betrieb. Auch der gemeinsame Sohn Karl-Emil Pfrengle blieb wohl noch im gleichen Metier, wenngleich er später nicht als Brauer, sondern als Mineralwasserhersteller genannt wird. Er verstarb bereits 1915, gerade mal 37 Jahre alt. Sein Vater Emil überlebte ihn um gut eineinhalb Jahrzehnte. Als ideale Lagerstätte für das "Pfrengle-Bier" diente damals der gegenüberliegende tiefe Keller, eben der sogenannte "Löwenkeller".
Das Besondere war, dass es früher einen Verbindungsgang zwischen dem talseitigen Keller und der Gaststätte gab. Die heutige Bundesstraße führt über diese einstige, unterirdische Verbindung hinweg. Der Gang soll schon vor vielen Jahren zugemauert worden sein. Auch nachdem im "Löwen" schon längst kein Bier mehr gebraut wurde, diente der tiefe Keller noch lange dem ortsansässigen Biervertrieb einer auswärtigen Brauerei als Lagerstätte.
Die Zukunft des Kellerbaus ist noch ungewiss, sagte Eigentümer Benno Stressler aus Göschweiler der Badischen Zeitung. Ein Statiker werde das Bauwerk begutachten. Dann erst könne entschieden werden, ob der Löwenkeller ganz verschwindet oder nicht.
Autor: Manfred-G. Haderer
