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28. Januar 2009

Cego findet immer mehr begeisterte Anhänger

200 Jahre und immer noch aktuell / In Lenzkirch holte sich Heinrich Hilzinger nach 14 Turnieren den Titel des Schwarzwaldmeisters.

HOCHSCHWARZWALD. Heinrich Hilzinger heißt der neue Schwarzwälder Cego-Meister der Saison 2008/2009. Rund 2600 Spieler beteiligten sich an den 14 Turnieren, der vom FC Pfaffenweiler organisierten sechsten Schwarzwälder Cego-Meisterschaft.

54 Karten, drei bis vier Spieler und es kann losgehen. Dann regiert der "G’stieß", die höchste Karte im Cego, dem badischen Kartenspiel. Cego boomt, und das nicht nur an Stammtischen. Die Schwarzwälder Cego-Meisterschaft wurde in der Lenzkircher Festhalle entschieden: Hinter Schwarzwaldmeister Heinrich Hilzinger aus Glottertal kam Heinrich Kopp aus Löffingen auf den zweiten Platz. Siegfried Heizmann aus Engen wurde Dritter.

"Das Cego-Spiel expandiert, der Jugendanteil steigt und auch immer mehr Frauen begeistern sich für das Spiel", erläutert der Geschäftsführer des FC Pfaffenweiler Rolf Erbert, der gemeinsam mit Lothar Neugart für die Organisation des Turniers verantwortlich war. Die Cego-Meisterschaften fanden einen noch nie dagewesenen Zulauf. Die Hallen der verschiedenen Austragungsorte seien immer sehr gut besucht gewesen. "Cego ist viel variantenreicher als Skat. Man kann weder arm noch reich werden. Der Spielgedanke steht im Vordergrund," erzählt Erbert.

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Die Entstehung des Cego war eng mit dem politischen Weltgeschehen des 19. Jahrhunderts verknüpft. Zwei Kartenspiele standen dabei Pate. Damals wurde im zu Vorderösterreich gehörenden Südschwarzwald, fleißig Tarock gespielt. Ein Kartenspiel, das sich vor allem in Frank-reich, Österreich und Italien höchster Beliebtheit erfreute. Nach der Niederlage Österreichs gegen Napoleon und der Eingliederung des Südschwarzwalds ins Großherzogtum Baden, brachen neue Zeiten an. Der mit Napoleon alliierte badische Großherzog kämpfte nun gemeinsam mit Frankreich an den verschiedenen Kriegsschauplätzen Europas. Viele Südschwarzwälder fanden sich in Folge als Teil der französischen "Grande Armée" in alle Herren Länder verteilt. In den Taschen der badischen Soldaten immer mit dabei: Das Tarockspiel. In Spanien lernten die Soldaten dann ein Spiel namens "L’Hombre" kennen. Dieses Spiel wurde blind gespielt, also mit unbekannten Karten, die während des Spiels aufgenommen wurden. Blind heißt im spanischen "ciego" und auf portugiesisch "cego". Begeistert von dem neuen Spiel, versuchten die Schwarzwälder es nun kurzerhand mit ihren Tarockkarten zu spielen. Hieraus entstand das Cego-Spiel.

Autor: Sebastian Kaiser