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22. November 2008

Lenzkirch: Feuerwehr mit "super Niveau"

Experte stärkt die Ortsteilfeuerwehren

Der neue Brandschutzbedarfsplan stärkt die Ortsteilfeuerwehren. Vier Feuerwehrhäuser seien in Lenzkrich richtig und notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten. Der externe Plan spricht aber auch Mängel in der Ausrüstung an.

  1. Der Brandschutzbedarfsplan weist auf Mängel im Feuerwehrhaus Lenzkirch hin. Foto: Katharina Meyer

LENZKIRCH. Die vier Feuerwehrgerätehäuser in der Haslachgemeinde sind richtig und wichtig. Daran gibt es nichts zu rühren. Sie sind für die Sicherheit der Bewohner unentbehrlich. Dies ist eine Haupterkenntnis aus dem neuen Brandschutzbedarfsplan, den Diplom-Ingenieur Manfred Unterkofler von der Bonner Firma Forplan am Donnerstagabend dem Gemeinderat vorlegte und dabei die Feuerwehr mehrfach lobte.

Er zeigte aber auch Mängel auf wie fehlende Funktionsräume im Feuerwehrhaus Lenzkirch, das Fehlen einer Drehleiter, teils knappes Löschwasser und ein 30 Jahre altes Feuerwehrauto in Kappel.

Für den Brandschutz zu sorgen ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Deshalb sind Feuerwehren mit entsprechenden Fahrzeugen und technischem Gerät auszurüsten. In Zeiten knapper Kassen hapert es damit. Und weil die Feuerwehrführung ein Gefühl beschlich bei ihren Bedarfsanmeldungen stets weniger Gehör zu finden, schlug Gesamtkommandant Andreas Wangler vor, den Brandschutzbedarfsplan von neutraler Stelle ausarbeiten zu lassen. Im Januar erhielt die Firma Forplan (Forschungs- und Planungsgesellschaft für Rettungswesen) den Auftrag und ging forsch ans Werk. Diplom-Ingenieur und Brandsachverständiger Manfred Unterkofler erläuterte im Kurhaus vor vielen Feuerwehrleuten den Plan, der die Wahrheit sagen und die Leistungsfähigkeit aufzeigen soll. In Lenzkirch rückt die Feuerwehr jährlich etwa zu zehn Bränden und 27 technischen Hilfeleistungen aus. Sie werde aber auch von vielen Fehlalarmen geplagt. Hier mahnte Unterkofler eine saubere Wartung der Brandmelder an, um die freiwilligen Helfer nicht auszunutzen. Als Ergebnis der Hilfszeitanalyse, die werktags zwischen 6 und 18 Uhr mit drei Minuten bis zur Ausrückzeit und drei Fahrminuten sowie abends mit 4,30 Minuten und 2,30 Minuten angegeben ist, steht für den Experten fest, dass es eine Zusammenlegung der Abteilungsfeuerwehren nicht geben darf. Die dezentrale Struktur mit vier Gerätehäusern müsse bleiben. Ein "super Niveau" weise die Gesamtfeuerwehr Lenzkirch auch beim Erreichungsgrad auf. Bei Berufsfeuerwehren liege dieser bei 90 Prozent in Lenzkirch bei 83,3 Prozent.

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Ein niedriges Risiko brachte die Risikoanalyse mit sich. Aber: Es gibt in Lenzkirch 53 Gebäude mit einer Brüstungshöhe von mehr als acht Metern und ohne zweiten Rettungsweg. Für solche Rettungseinsätze sind Drehleiterfahrzeuge nötig. Die beiden in Schluchsee und in Neustadt stationierten Fahrzeuge schaffen es nicht, binnen zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Unterkofler empfahl, dieses Problem ernsthaft anzugehen.

Zur Sicherung des Grundschutzes sind 39 Aktive nötig. Durch den freiwilligen Feuerwehrdienst spart sich die Gemeinde hier zwei Millionen Euro im Jahr. Deshalb seien Mängel wie fehlende Funktionsräume im Feuerwehrhaus Lenzkirch einfach nicht in Ordnung. Das könne so nicht bleiben und müsse verbessert werden, betonte Unterkofler. In Raitenbuch fehlt eine Feuerwehrgarage und in Kappel ist das Feuerwehrauto 28 Jahre alt.

Das Schutzziel, neun Feuerwehrmänner in zehn Minuten am Brandort zu haben, werde zu 90 Prozent erreichten, hielt der Expert abschließend fest.

Bürgermeister Feser meinte, die Forderungen seien nicht unbekannt. Punkt um Punkt müsse nun abgearbeitet werden. Klaus Kerdraon fragte nach Alternativen zur Drehleiter. Ein Teleskopmasten sei billiger, werde aber nicht gefördert, bekam er zu hören. Von Kommandant Wangler wollte er wissen, wieso beim Brand des Hotel Schwörer einige Kappler Feuerwehrmänner, die in Lenzkirch arbeiten, erst nach Kappel fahren mussten, sich dort umzogen und dann wieder nach Lenzkirch fahren mussten. Hier entgegnete Wangler, dass es im Feuerwehrhaus Lenzkirch zu wenig Platz gebe für eine doppelte Ausrüstung. Die Bereitschaft der Kappler Feuerwehrmänner, mit den Lenzkircher Kollegen auszurücken, sei da, alleine der Platz im Feuerwehrhaus fehle. Der Gemeinderat nahm den Brandschutzbedarfsplan einstimmig an .

Autor: Ralf Morys