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06. November 2009 07:17 Uhr

Grosseinsatz

Flammen vernichten alten Bauernhof - Nachbarn gerettet

Bis auf die Grundmauern abgebrannt ist ein altes Schwarzwaldhaus im Lenzkircher Ortsteil Kappel. Menschen kamen nicht zu Schaden, aber das unter Denkmalschutz stehende Gebäude war nicht zu retten.

  1. Das historische Gebäude ist nicht mehr zu retten. Foto: Martin Ganz

LENZKIRCH-KAPPEL. Der etwa 200 Jahre alte denkmalgeschützte Hagenhof in Kappel, ist in den ersten Stunden des Freitag bei einem Feuer völlig niedergebrannt. Während des Brandes mussten die Bewohner eines Nachbarhauses evakuiert werden. Das Gebäude war in den vergangenen Jahren nicht mehr bewohnt. 70 Feuerwehrleute und acht Helfer des DRK waren im Einsatz. Mit der Frage, wie in einem leer stehenden Gebäude ein alles vernichtendes Feuer entstehen kann, wird sich in den nächsten Tagen ein Brandsachverständiger befassen.

Der an der Zufahrt Am Brühl stehende alte Schwarzwaldhof diente einst der Gemeinde Kappel auch als Armenhaus und ist etwa 200 Jahre alt. Nachbarn hatten gegen 1.45 Uhr das Feuer im unbewohnten Haus bemerkt. "Es hat laut geknallt, als ob jemand Silvesterknaller oder ähnliche Feuerwerkskörper zünden würde", schilderte ein Nachbar seine Wahrnehmung.

Als die Feuerwehr Kappel als erste am Brandherd eintraf, schlugen die Flammen schon aus dem Dach. Die anrückende Feuerwehr Lenzkirch sah schon bei der Anfahrt angesichts des Feuerscheins am Nachthimmel, das ganze Ausmaß des Brandes und rief zur Unterstützung auch die Feuerwehren aus Saig und Raitenbuch hinzu. Angefordert war auch das Drehleiterfahrzeug aus Neustadt.

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"Als wir am Brandort ankamen, schlugen die Flammen schon mindestens zehn Meter hoch aus dem Dach", sagt Lenzkirchs Abteilungskommandant Martin Metzger. Ein Löschangriff ins Gebäude war nicht mehr möglich und auch nicht nötig, da das sich im Privatbesitz befindliche Haus seit Jahren nicht bewohnt war. So bauten die Feuerwehrmänner eine Wasserversorgung auf und schützten die benachbarten Gebäude mit einem Wasserriegel vor dem Übergreifen der Flammen. Das Löschwasser wurde aus dem rund einen Kilometer entfernten Rotbach und mit zwei Leitungen aus der etwa 300 Meter entfernten Sternen-Zisterne entnommen. Genügend Löschwasser füllte die Löschleitungen und Spritzen.

Angesichts der aus dem Dach schlagenden Flammen und der möglichen Gefährdung durch das einstürzende Dach, evakuierte die Feuerwehr ein benachbartes Gebäude für einige Stunden. Die Bewohner wurden bei Verwandten untergebracht. Nach etwa zwei Stunden war das Feuer unter Kontrolle und der alte Schwarzwaldhof bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Ab 5.30 Uhr rückten die ersten der rund 70 im Einsatz befindlichen Feuerwehrmänner wieder vom Brandort ab. Die Feuerwehr Kappel stellte gestern tagsüber noch eine Brandwache, um kurzfristig auflodernde Glutnester wieder zu löschen.

Die Brandruine konnte wegen der Hitze und auch wegen der akuten Einsturzgefahr gestern noch nicht betreten werden. Die Polizei wird einen Brandsachverständigen einschalten, um möglichst Klarheit über die Brandursache zu gewinnen. Ob dieser bereits heute, Samstag, seine Ermittlungen aufnehmen kann, ist angesichts der Hitze und der Einsturzgefahr noch offen. Bis auf Weiteres ist die Brandstelle beschlagnahmt. Angaben über den durch das Feuer verursachten Schaden, waren gestern noch keine zu erhalten. Die weiteren Ermittlungen werden durch den Polizeiposten Lenzkirch vorgenommen.

Kappels Ortsvorsteherin Christa Winterhalder meinte, dass mit dem Hagenhof, der früher auch als Armenhaus der Gemeinde Kappel gedient habe, nun wieder ein geschichtsträchtiges Gebäude aus dem Ort verschwunden ist. Bereits vor mehreren Jahrzehnten hatte die Gemeinde den alten Schwarzwaldhof an eine Familie aus Neustadt verkauft. Das Gebäude stand seit Jahren leer und sollte wohl verkauft werden.

Der nächtliche Einsatz, bei dem insgesamt 85 Einsatzkräfte von Feuerwehren, DRK und Polizei beteiligt waren, ging verletzungsfrei zu Ende.

Autor: Ralf Morys