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10. Februar 2012

Missgeschicke glossieren

Seit 100 Jahren gibt es in Lenzkirch eine Narrenzeitung.

  1. 100 Jahre Ursee Bote: Narrenvater Sascha Phlippen und Daniela Benitz-Haberstroh, zuständig für den Ursee Boten, freuen sich über die 100. Ausgabe der Lenzkircher Narrenzeitung. Foto: Inken Kramer

LENZKIRCH. "Paß uf, sunscht kunsch no in d’Narrezitting", diesen Spruch kann man seit 100 Jahren in der Haslachgemeinde hören, wenn Missgeschicke oder Dummheiten angestellt werden. Der "Ursee Bote", die Narrenzeitung der Lenzkircher Dengele und Heuhopper, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird es in der aktuellen Narrenzeitung, die am Wochenende verkauft wird, eine extra Beilage geben mit historischen Informationen und historischen Artikeln. 100 Jahre, in denen so mancher Schwank getrieben, über Sprüche gelacht, und über Missgeschicke anderer getuschelt wurde.

Am Wochenende werden die Hästräger und Narrenräte von Haus zu Haus gehen, um ihre Narrenzeitung "Ursee Bote" und weitere Artikel der Zunft, wie Ansteckmasken und Schnäpschen, zu verkaufen.

Begonnen hat es mit der Lenzkircher Narrenzeitung 1912 mit dem Namen "Lenzkircher Intelligenzblatt", kurz "s’Narrenblättli" genannt. Erst zehn Jahre später wurde es vom "Ursee Boten" abgelöst. An lustigen Pointen, der Schadenfreude am Missgeschick der Anderen, fehlte es in all den Jahren nicht. Lustige Begebenheiten werden das Jahr über gesammelt und für die Zeitung fertig gereimt. Daniela Benitz-Haberstroh hat sich seit ein paar Jahren bereit erklärt, sich der Zeitung und dem Sammeln der Texte anzunehmen. Hilfe bekommt sie von Narrenvater Sascha Phlippen, Zunftvogt Axel Pitschuch, ihrem Mann und Oberdengele Helmut Haberstroh und weiteren Schreibern, die sich um das Reimen der Texte kümmern.

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Viel Arbeit bereitet nicht nur die Zeitung, sondern auch deren Verkauf. Am Samstag werden die Hästräger in Lenzkirch sowie in Kappel, Saig und Neustadt unterwegs sein. Sonntags werden Gruppen in Altglashütten, Fischbach und Gündelwangen die begehrte Narrenzeitung verkaufen. Wie gewohnt wird der "Ursee Bote" zwei Euro kosten und zum Jubiläum auch die Beilage 100 Jahre Ursee Bote enthalten.

Autor: Inken Kramer