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08. Februar 2012
MOMENT MAL
LENKIRCH-KAPPEL.Gesellige Runde beim Wassermann-Treffen im Gasthaus Blume in Kappel. Unter den Gästen weilte Pater Adalbert Schaller aus Menzenschwand, der die Zusammenkunft vor 23 Jahren initiiert hat. Mit dem 85-Jährigen sprach BZ-Mitarbeiterin Eva Weise.
BZ: Wie viele Jahre lebten Sie in Kappel?
Schaller: Fünf Jahre, von 1987 an. Pfarrer Kurt Volpp hat mir das Pfarrhaus angeboten. Ich habe dort gewohnt. Er, als zuständiger Pfarrer, hat mir freie Hand gelassen. Daher konnte ich die Seelsorge wahrnehmen auf allen möglichen Gebieten.
BZ: Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kappler Zeit?
Schaller: Erinnerungen habe ich unzählige. Ich bin dankbar für diese Zeit. Kappel und seine Bürger sind von der Sonne verwöhnt und ich habe mich hier sehr wohlgefühlt.
BZ: Was verbinden Sie mit Kappel?
Schaller: Viele Begegnungen, missionarisches Engagement, rege Teilnahme an Gottesdiensten und freudige Bereitschaft zur Mitgestaltung. Wache Aufmerksamkeit für Aussiedler, Interesse am Wirken von Pfarrer Joseph Kary und am jährlichen Kapellenfest auf der Klesenza Alm und vieles andere.
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BZ: Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Schaller: Dass die Leute meine Wünsche erraten haben.
BZ: Fällt Ihnen ein Beispiel ein?
Schaller: Die Bürger haben geholfen, das Pfarrhaus zu möblieren, das bei meinem Einzug leer stand. Sie haben die Aussiedler, die damals in der Gemeinde untergebracht waren, eingeladen, um deren Anliegen zu besprechen oder, ohne mein Zutun, einen Singkreis gegründet.
BZ: Sind Sie überrascht, dass das Wassermann-Treffen sich so viele Jahre hält?
Schaller: Ich erlebe laufend Überraschungen. Gott ist für mich der Meister der Überraschungen. Daher wundert es mich nicht, dass sich das Wassermann-Treffen halten konnte.
BZ: Sie haben sogar eine Wassermann-Hymne verfasst. Werden Ihnen die Ideen dazu auch von oben eingegeben?
Schaller: Ja, man muss nichts leisten, sondern empfänglich sein für die Dinge, und wenn man den Kontakt mit Gott hat, wird man auch erfinderisch. Die Texte fallen mir einfach zu.
BZ: Was bedeuten Ihnen diese Treffen?
Schaller: Es ist ein Beleg für Freundschaft und ein Geschenk.
BZ: Was macht die Abende besonders?
Schaller: (lacht) Die Überraschungen: Nichts ist geplant und wir sind offen für das was passiert.
BZ: Sie begleiten den Gesang an der Gitarre. Wie kamen Sie zur Musik?
Schaller: In meinem Elternhaus in Neustadt wurde viel musiziert. Als Kind lernte ich Flöte und Klavier, später kamen Kontrabass und Gitarre hinzu.
BZ: Was bedeutet Ihnen die Musik?
Schaller: In Musik kann man sich ausdrücken und sie bringt Menschen zusammen.
BZ: Schauen Sie auch über das Jahr mal in Kappel vorbei?
Schaller: Mit Kappel verbinden mich viele Freundschaften und ich werde oft zum Kaffeetrinken eingeladen. Durch meine seelsorgerische Tätigkeit in Kappel kenne ich fast jedes Haus.
Autor: ewe
