Rückgang der Blutspenden betrübt

Hans-Jochen Köpper

Von Hans-Jochen Köpper

Mi, 09. März 2016

Lenzkirch

Immer mehr Einsätze beim Roten Kreuz in Lenzkirch / Horst Luedke ist seit mittlerweile 75 Jahren Mitglied.

LENZKIRCH. Die Ehrung langjähriger Mitglieder und Tätigkeitsberichte bildeten am Samstag den Mittelpunkt der Hauptversammlung der DRK Ortsgruppe Lenzkirch.

Den Auftakt machte das Jugendrotkreuz. Man erhielt Einblick in die Basisausbildung und erfuhr, dass die "Jungrotkreuzler" bereits bei verschiedenen Anlässen zur Stelle waren. Bezogen auf das Lebensalter gab es danach einen großen Sprung, als die DRK Gymnastikgruppe berichtete: Die 30 köpfige Damenmannschaft mit einem Durchschnittsalter von stolzen 72 Jahren absolvierte 33 Übungsstunden und unternahm zahlreiche Ausflüge. Und sie wünschen sich, dass auch der eine oder andere männliche Teilnehmer den Weg zu ihnen findet. Aber auch im DRK Tanzkreis sucht man Männer derzeit vergebens, so dass die 17 Frauen im Alter von 65 bis 95 Jahren bei ihren Unternehmungen, Auftritten und Zusammenkünften unter sich waren.

Ingrid Winker listete etliche Aktivitäten und Einsätze auf, deren Bandbreite von Verpflegung bei Großveranstaltungen bis hin zu Suchaktionen, Bränden und Unfalleinsätzen reichten. Vier Mitglieder wurden zu Rettungshelfern ausgebildet. Die Ortsgruppe sammelte unter anderem Altpapier, Altkleider und veranstaltete zwei Blutspendetermine.

Das Einsatzgeschehen beleuchtete Ingo Keller, der auflistete, dass jeder der 12 köpfigen Stammbesatzung im letzten Jahr durchschnittlich 60 Einsätze zu leisten hatte. Zudem wurde bei elf Veranstaltungen Sanitätsdienst geleistet und bei zwölf Anlässen mehrere Tausend Verpflegungseinheiten ausgegeben.

Die Ersthelfer vor Ort, die "First Responder" waren im Schnitt fünf Mal pro Woche im Einsatz. Und sie waren schnell zur Stelle, denn die Interventionszeit lag im Mittelwert bei unter 6 Minuten. Damit hat sich ihre Zahl in zehn Jahren vervierfacht und lag 2015 bei 266 Einsätzen. Bei dieser Hilfeleistung, die oft noch vor dem Rettungsdienst eintrifft, bekommt das DRK jedoch keine Kosten erstattet.

Spannend machte es Kassierer Frank Helme, der von rückläufigen Einnahmen berichtete. Zwar gab es mehr Altpapier, doch dafür weniger Geld, weniger Altkleider und vor allem wurden weniger Blutspenden verzeichnet. Blutspenden sei aber auch deshalb wichtig, weil der Bedarf immer groß ist und Blut Leben retten kann. Auch sei ein leichter Rückgang bei den Mitgliedern und dem Spendenaufkommen zu verzeichnen. Dem gegenüber habe man weniger Benzinkosten gehabt. Dennoch habe man das Jahr 2015 dank sparsamer Haushaltsführung mit einem Gewinn abschließen können. Sollten jedoch wieder größere Anschaffungen anstehen, dann müsse man auch wieder mehr investieren.

Durch die Kreisbereitschaftsleiterin Eva Egge wurden für langjährige Mitarbeit geehrt: Fünf Jahre: Friederike Nägele, 15 Jahre: Claudia Geisenberger, Jan Ponick, Frank Fabian, Katharina Walz, 40 Jahre: Werner Fehrenbach, 45 Jahre: Marlies Kaltenbach, Fritz Rommler, Herbert Raufer, 65 Jahre: Ernst Schellbach. Auf stolze 75 Jahre Mitgliedschaft im Roten Kreuz kann Horst Luedke zurückblicken, der bereits 1941 als damals junger Sanitätsoffizieranwärter in das DRK eintrat und in der Zeit von 1959 bis 1987 als Bereitschaftsarzt arbeitete.