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17. Oktober 2017

Vielfältiges Festival der Noten

Acht Kapellen aus dem Bereich Schluchsee und Lenzkirch gestalten ein ganz besonderes Konzert im Kurhaus Schluchsee.

  1. Für den krönenden Abschluss eines vielfältigen Festkonzerts in Schluchsee beim Blasmusikfestival mit acht Kapellen sorgte der Musikverein Schluchsee im Kurhaus unter der Leitung von Norbert Isele. Foto: Wolfgang Scheu

  2. „Musikantenfrauen“ hieß die Zugabe beim Musikverein Schluchsee – als Dank, dass so viele Damen in den Kapellen mitspielen. Foto: Wolfgang Scheu

  3. Flinkes Fingerspiel an der Querflöte. Foto: Wolfgang Scheu

SCHLUCHSEE / LENZKIRCH. 250 Musikerinnen und Musiker aus sieben Vereinen demonstrieren am Sonntag, die Vielfalt der Musik im Blasmusikverband Hochschwarzwald. Alle zwei Jahre gibt es ein Festkonzert mit den Musikvereinen aus einem der fünf Gebiete. Am Sonntag waren die Vereine aus Schluchsee und Lenzkirch dran.

Obwohl der Sommer noch einmal in den Schwarzwald zurückgekehrt war, hieß es am Ende volles Haus im Kurhaus in Schluchsee für das große Musikereignis. Der, ob des guten Besuchs strahlende Verbandspräsident Micha Bächle schätzte, dass fast 400 Freunde der Blasmusik, den Weg ins Kurhaus fanden. Ganz sicher half, dass das Festkonzert diesmal Teil der bestens beworbenen Konzertreihe des "Hochschwarzwälder Blosmusikfeschtivals" war.

Es gab keinen Einzelmoderator, die Vereine stellten sich selbst vor und es wurde auch badisch gesprochen – es stand ja auch "Blosmusik und nicht "Blasmusik" auf dem Programm. Dem stürmischen Applaus tat dies keinen Abbruch, auch die Kurgäste haben (fast) alles verstanden.

Den Anfang machte die Trachtenkapelle Blasiwald. "A Swiss Wife goes to Brazil" stellte musikalisch die Beziehung zum neuen Dirigenten her. Die junge Dirigentin Anna Lena Huber vom Musikverein Kappel hat die Kapelle eindeutig im Griff, sie spielten auch das Stück "Das Abzeichen", welches normalerweise nur zum Einsatz kommt, wenn Jugendmusikabzeichen verliehen werden.

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Dirigent Hubert Dörflinger leitete diesmal die Trachtenkapelle Falkau-Raitenbuch (die Ortsnamen werden vertauscht, je nachdem wo sie auftreten). Bemerkenswert und brillant wie immer die Einsätze des Dirigenten am Horn. "Barfuß" hieß nicht nur das letzte Stück der Trachtenkapelle Altglashütten unter der Leitung von Hannah Löffler – als besonderer Showteil entledigten sich die Musikanten ihres Schuhwerks samt Socken. Geruchsbelästigung gab es keine, laut Aussagen der erfreuten Besucher in der ersten Reihe. Von Jacob Scherzinger und der Stadtmusik gab es königliche Klänge vom "King`s March" bis zur romantischen Geschichte einer Liebe zwischen einem Ungarn und einem Zigeunermädchen namens Anitschka.

Ein kleiner Schreibfehler im Programm lässt sich verschmerzen, Dirigent Thomas Happle vom Musikverein Saig ist nicht etwa auf Brautschau, wie es das Wort "Bride" vermuten lassen könnte. Natürlich heißt der Titel des letzten Stückes mit fröhlichem Gesang und lautem Pfeifen "Always looking on the bright side of life" - er ist also lediglich auf der "Sonnenseite des Lebens", was man ihm nach dem großartigen Vortrag seiner Musikerinnen und Musiker auch deutlich ansah.

Dirigent Norbert Isele waren an diesem Abend nach eigener Aussage "ein paar Musiker abhandengekommen", aber musikalisch litt der Musikverein Schluchsee nicht beim krönenden Abschluss des großartigen Blasmusiknachmittags. Mit dem Stück "Musikantenfrauen" schickten sie am Ende noch eine Zugabe mit Dank an die vielen Damen, die in den Musikkapellen "ihre Frau stellen".

Für die Hauptorganisatoren Martha Sedlak und Verbandsdirigent Gottfried Hummel hat sich die Zusatzarbeit gelohnt. Ihre Kommentare brachten es auf den Punkt: "Es war ein lockeres, freies Musizieren. Jeder macht sein Ding", sagte " Hummel. "Es war absolut authentisch. Jeder hat sich präsentiert, wie er isch", ergänzte Martha Sedlak, Vorsitzende des Musikvereins Blasiwald.

Autor: Wolfgang Scheu