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31. Januar 2009

Lernen, worauf es ankommt

Zwölftklässler des Faust-Gymnasiums üben sich beim Projekt "Junior" als Jungunternehmer

STAUFEN. Beim Projekt "Junior" sollen Schüler lernen, worauf es im Wirtschaftsleben ankommt. Am Staufener Faust-Gymnasium nehmen Zwölftklässler daran teil. Sie haben eine Eventagentur namens Fagy gegründet. Die Vorbereitungen für das erste Event laufen auf Hochtouren. Im März soll ein Rockkonzert in der Aula steigen.

"Junior" ist ein 1994 ins Leben gerufener bundesweiter Nachwuchswettbewerb für Schüler. Ziel ist es, ihnen praxisnah unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln, Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Sie sollen Einblicke in die Funktionsweise der Marktwirtschaft bekommen und motiviert werden, nach Abi und Studium Firmen zu gründen und Unternehmer zu werden.

Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Am Faust-Gymnasium ist wie vergangenes Jahr, als die Schule auch schon an "Junior" teilnahm, die Idee dazu aus dem von Lehrerin Dagmar Endle geleiteten Wirtschaftskurs entstanden. Endle erzählte ihren Schülern zu Schuljahresbeginn von "Junior" und schlug vor, dass sie sich daran beteiligen.

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Im Oktober wurde Fagy schließlich gegründet. Dazu mussten die Schüler das nötige Startkapital auftreiben. Die Wettbewerbsregeln sehen vor, dass 90 Anteilsscheine à 10 Euro ausgegeben werden. So kommt ein Startgeld von über 900 Euro zustande. Als "Aktionäre" gewannen die Zwölftklässler Lehrer, Eltern und Mitschüler. Junior-Firmen sind echten Aktiengesellschaften nachempfunden. Sämtliche Funktionen werden von Schülern selbst besetzt.

"Fagy-Events" managt den Auftritt einer AC/DC-Coverband
Schon 2007 war die Wahl der Geschäftsidee auf das Veranstaltungsmanagement gefallen. Vergangenes Jahr stellten die Schüler eine 60er- Jahre-Mottoparty auf die Beine. Auch dieses Mal ist das Event so gewählt worden, dass sich vor allem Lehrer und Eltern davon angesprochen fühlen dürften. "Fagy-Events" wird am 14. März den Auftritt einer AC/DC-Coverband managen, die den Sound der australischen Hardrock-Veteranen aufs genaueste imitiert.

Bei ihrer jüngst in der Schule veranstalteten Hauptversammlung berichteten die Fagy-Vorstände Johannes Baur und Sebastian Wendler davon, das die Band eine Gage von 7000 Euro fordert. Als Eintritt für das Konzert sind zwölf Euro vorgesehen. Das alleine wird nicht reichen. Deshalb suchen die Schüler nach regionalen Sponsoren. Drei haben sie schon gefunden, mit weiteren laufen Gespräche. Unterstützt werden sie dabei von ihrem "Paten" Markus Rappenecker, der in Ehrenkirchen eine Werbe- und Veranstaltungsagentur betreibt. "5000 Euro Sponsorengelder wollen wir mindestens erreichen", sagte Rappenecker in der Versammlung.

Fagy wird sich beim Konzert um alles kümmern: Catering, Licht und Ton. Auch im Vorfeld gibt es genug Arbeit: Tickets und Plakate drucken, Vorverkauf organisieren, die Werbetrommel rühren, die Schulleitung informieren und einbinden. Im Unternehmen arbeiten 16 Schüler mit. "Fagy Events" wird es geben solange der "Junior"-Wettbewerb läuft, also bis Ende des Schuljahres. Dann muss sich die Firma auflösen. Dann wird sich herausstellen, inwieweit es den Schülern gelungen ist, das Startkapital von 900 Euro zu vermehren.

Wie das erwirtschaftete Geld verwendet wird, entscheiden die Anteilseigner im Sommer. In der Regel wird es gemeinnützigen Einrichtungen gespendet. Ab April stehen Wettbewerbe an – zunächst auf der Landesebene. Traditionell nehmen vergleichsweise viele Schülergruppen aus Baden-Württemberg teil. Wer hier erfolgreich ist, tritt im Juni zum Bundeswettbewerb an.

Autor: Hans Christof Wagner