Lehrermangel

Das Referendariat muss attraktiver werden

Maren Westerworth

Von Maren Westerworth (Freiburg)

Mi, 12. September 2018

Leserbriefe

Zu: "Ich kann mir keine Lehrer backen", Interview mit Susanne Eisenmann von Axel Habermehl (Politik, 3. September)

Zum Thema Lehrermangel in Baden-Württemberg möchte ich auf eine positive Entwicklung hinweisen, die dabei helfen kann, dem Lehrermangel entgegenzutreten. Ab dem Frühjahr 2019 soll es möglich sein, das Referendariat und den Vorbereitungsdienst in Baden Württemberg auch in Teilzeit (60 Prozent) abzuleisten. Dies gilt jedoch unter Vorbehalt, da nicht klar ist, ob das Beamtengesetz hierfür zeitig genug geändert wird. Gelingt das nicht, verzögert sich der Beginn des Teilzeit-Referendariats. Der politische Wille scheint aber da zu sein – das hat ja auch lange genug gedauert.

Dass das Referendariat bislang nur in Vollzeit möglich war, hat etliche Studienabgänger mit Kindern, mit pflegebedürftigen Angehörigen oder eigener Behinderung davon abgehalten, das Referendariat anzutreten. Die Arbeitslast ist mit 100 Prozent einfach zu hoch, wenn man noch andere Verpflichtungen wie die vorgenannten hat.

In Schleswig-Holstein, das schon länger mit Lehrermangel zu kämpfen hat, wurde das Teilzeit-Referendariat schon vor mehr als zehn Jahren eingeführt. Dort kann man wählen zwischen 50 Prozent, 60 Prozent oder 70 Prozent – dies ist eine gute Regelung, denn schließlich kommen zu der herabgesetzten Stundenanzahl auch ein geringerer Verdienst und eine längere Dauer des Referendariats hinzu.

Es ist eine gute Entscheidung, das Referendariat attraktiver zu machen. Gut ausgebildete Lehrer mit Hochschulstudium und Referendariat sollten gefördert werden, auch wenn die Anstellung von Quereinsteigern auch eine sinnvolle Maßnahme sein kann, dem Lehrermangel zu begegnen. Maren Westerworth, Freiburg