Fessenheim

Erst wenn dort kein Strom mehr erzeugt wird, ist Zeit zur Freude

Gustav Rosa

Von Gustav Rosa (Breisach)

Mo, 10. Dezember 2018

Leserbriefe

Zu: "Fessenheim schließt 2020", Beitrag von Wulf Rüskamp und Agentur (Politik, 28. November)

Die Medienberichte übertrafen sich und auch die Politiker meldeten sich wieder reihenweise zu Wort: Es lebe die Schlagzeile. Doch was ist die Ankündigung aus Paris, das Akw Fessenheim zu schließen, wert? War da nicht ein französischer Präsident, der 2012 mit felsenfester Überzeugung die endgültige Schließung für 2016 versprochen hatte? War da nicht ein Brief aus Paris, der als Abschalttermin Dezember 2018 / Januar 2019 anvisiert hatte? Ist da nicht die Auflage der ASN von 2012, ohne wichtige Nachrüstungen kein Weiterbetrieb über 2018 hinaus? Ist da nicht immer noch eine EDF, die all das ignoriert und nur ihre eigenen Interessen verfolgt? Und eine ASN, die willig nachgibt, wenn eigens von ihr aufgestellte Nachrüstungsziele und Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten werden? Ist da nicht eine Bundesregierung, die sich ziert, die Lieferungen von Brennelementen aus Lingen ins Akw Fessenheim zu stoppen? Ist da nicht ein Bundesumweltministerium, bei dem in dieser Legislaturperiode das Akw Fessenheim kein Thema gewesen ist?

Fakt ist: Das Akw Fessenheim soll unsere Region und damit das Herz Europas noch ein paar Jahre länger bedrohen. Fakt ist, dass nach zwei Tagen Aufhorchen gleich wieder der normale Alltag eingekehrt ist. Darum, liebe Medien und Politiker: Hebt eure Schlagzeilen für später auf. Erst wenn beide Meiler im Akw Fessenheim keinen Strom mehr produzieren und für die endgültige Stilllegung vorbereitet werden, ist Zeit zur Freude. Bis es nicht so weit ist, darf der Druck nicht nachlassen. Gustav Rosa, Breisach