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28. Oktober 2017

Hussein k.

Statt Dankbarkeit erhalten die Pflegeeltern einen Platz am Pranger

Zu: "Pflegeeltern hatten keine Zulassung", Beitrag von Stefan Hupka (Politik, 25. Oktober):

Mit Entsetzen habe ich den Artikel über Hussein K.s Pflegeeltern gelesen. Es stellte sich heraus, dass sich ein erwachsener Mann, der bereits wegen eines äußerst gewalttätigen Mordversuches im Gefängnis saß, als Minderjähriger ausgab und als Flüchtling anerkannt wurde. Es handelt sich somit um einen kriminellen Erwachsenen, der absichtlich seine Identität verschleierte und erneut kriminell wurde.

Warum man nun eine Schuld bei den Pflegeeltern sucht, ist mir gänzlich unklar. Anstatt den Menschen, die sich bereit erklären, fremde minderjährige Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, um ihnen in Deutschland eine Perspektive zu bieten, Dankbarkeit für diese bewundernswerte Hilfe zu zeigen, werden sie an den Pranger gestellt. Für mich ist das unglaublich. Die Pflegeeltern haben aus der Aufnahme des Flüchtlings keinerlei Vorteil gezogen, sie taten es aus reiner Nächstenliebe, und als Dank wird ihnen eine Mitschuld zugeschoben. Ist es die ernsthafte Annahme der Zeitung, dass der vermeintlich Minderjährige in einem Flüchtlingsheim die bessere Betreuung bekommen hätte und die junge Frau nur vergewaltigt hat, weil die Eignung der Pflegeeltern nicht überprüft wurde? Wenn überhaupt jemandem, abgesehen von Hussein K., Schuld zugewiesen werden kann, dann ja wohl den Behörden, die die Herkunft von Hussein K. nicht ausreichend geprüft haben. Ich möchte allen Menschen, die Flüchtlinge aufnehmen, die Pflegeeltern von Hussein K. eingeschlossen, danken.Laura Würz, Weil am Rhein

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Autor: Laura Würz, Weil am Rhein